Mobirise website generator

Von Washingtons Hure zur Friedensbotschafterin?

von Thomas Trautzsch
2015-02-08
Angela Merkel

Viel wurde geschrieben und gesagt, über die offensichtlichen Dependenzen der deutschen Bundeskanzlerin zu Washington. Paul Craig Roberts , ein ehemaliges amerikanisches Regierungsmitglied unter Reagan, ging sogar so weit, Frau Merkel eine Hure Washingtons zu nennen, weil sie weder den Mut, noch die moralische Kompetenz zeigte, die amerikanische Aggression in der Ukraine offen beim Namen zu nennen und und sich an der bewussten Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass die Westukraine einen faschistischen Putsch durchlief, beteiligte.Paul Craig Roberts

Auch auf Plakaten einiger Demonstranten verschiedener Demonstrationen der kürzlichen Vergangenheit, selbst bei PEGIDA, waren ähnliche Formulierungen zu sehen.

Der beispielhafte "Blinde Fleck", der einst verhinderte, dass die damaligen Untersuchungen zum Münchner Oktoberfestattentat 1980 und seines rechtsradikalen Hintergrundes von staatlicher Seite in vollem Umfang aufgeklärt wurden, scheint seine Fortsetzung nun auf der Ebene der Bundesregierung und der Kanzlerschaft und auch auf europäischem Niveau zu finden. Trotz der Ungeheuerlichkeiten, die seit einigen Monaten in Kiew stattfinden, äusserte die Bundesregierung kein Wort über die immer offensichtlicher werdende Undercover-Beteiligung der USA in der Forcierung und Steuerung der Vorgänge um den Maidan und den darauf folgenden nationalistisch-faschistischen Putsch, der zum Sturz einer demokratisch gewählten Regierung führte.

Dass die USA diese Vorgang bewusst und aktiv forciert haben, wurde nun durch Präsident Obama in einem CNN-Interview nahezu unumwunden zugegeben.


html5 streaming video maker by EasyHtml5Video.com v2.1



Was historisch und politisch bewussten Menschen eigentlich schon länger klar war wird in diesem Interview nun ganz deutlich. Die USA haben den Putsch in der Ukraine aktiv gesteuert. Dabei geht es keineswegs um die Ukraine selbst, sondern um die bewusste Erzeugung eines Kriegskonflikts mit Russland und China. Dadurch ist nun auch kaum zu widerlegen, dass nicht Russland der Aggressor in diesem Spiel ist, sondern die USA. Was heute noch fälschlicherweise durch die Nato und die USA medial als russische Aggression verkauft wird, war in Wahrheit eine Reaktion Russlands auf den durch die USA organisierten Putsch in Kiew, aus dem ganz klar die Absicht der Destabilisierung der Ukraine zu geopolitischen Zwecken zu erkennen war.

Die Krim hielt auf der Basis ihres Selbstbestimmungsrechts ein Referendum ab, dessen klares Ergebnis die Sezession und den Anschluss an Russland beschloss. Da abzusehen war, dass die durch die USA an die Macht gespülten nationalistisch-faschistischen Kräfte in Kiew daraufhin mit militärischer Gewalt antworten würden, mag Putin Massnahmen zum Schutz der Krimbevölkerung getroffen haben. Das trifft unte anderen Umständen auch auf die ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu, deren Abschlachtung durch die ukrainische Armee natürlich kein russischer Präsident tatenlos zuschauen kann. Jeder informierte Präsident hätte gehandelt, wenn er ein Mensch ist. Man ließ Putin keine Wahl und wohlwissend wird er deswegen nun für den größten uninformierten Teil der transatlantischen Bevölkerung als Aggressor dämonisiert. Die USA haben die historisch bedingte existente ethnische Teilung der Ukraine bewusst für ihre Provokationen und zur agressiven NATO-Erweiterung ausgenutzt.

Auch Obamas Sekretärin für Europäische Angelegenheiten, Viktoria Nuland gab in einer Konferenz 2013 unumwunden zu, dass die USA ca. 5 Milliarden US-Dollar in der Ukraine in Organisationen investierte, die sie ironischerweise pro-demokratisch nennt, wie z.B. USAID.



Frau Merkel ist für ihre spontanten politischen Launen und Umschwünge bekannt, solange diese ihrer eigenen Machterhaltung dienen. Auch machtsüchtige Menschen sind aufgrund dieser Eigenschaft durch höhere Autoritäten steuerbar. So gingen bereits vor einigen Wochen in den deutschen Medien Gerüchte um, dass Frau Merkel Ambitionen habe, das Amt des UN-Generalsekretärs anzunehmen. Da bekannt ist, dass dieses Amt ohne die Zustimmung der USA nicht zu haben ist, vermuten viele Experten, dass sich ihre bisher uneingeschränkte NATO- und Obama-Hörigkeit dadurch erklären lässt.

Nun flogen am letzten Freitag der französische Präsident Hollande und Frau Merkel augenscheinlich ohne die Zustimmung der USA nach Moskau, um im Gespräch mit Putin nach einer Friedenslösung für die Ukraine zu suchen. Die vorgelegten Friedenspläne sind prinzipiell ein Derivat der Vorschläge, die Putin bereits vor der Eskalation der letzten Gewaltwelle gemacht hat, die jedoch von den Europäern und Amerikanern komplett ignoriert wurden. Der Besuch folgte auf einen Besuch des amerikanischen Aussenministers John Kerry in Kiew, in dem die Absicht geäussert wurde, dass die USA auch tödliche Waffen an die Ukraine liefern wolle. Wissentlich betreiben die USA hier eine Sabotage von Friedensgesprächen.

Die von den USA bis an die Grenzen Russlands getriebene NATO-Erweiterung hat nun zu einer Situation geführt, vor der selbst Leute, wie Mihail Gorbatschow, Noamh Chomsky oder gar Sicherheitsmemorandum200-Verfasser Henry Kissinger innigst warnen, dass sie zu einem Dritten Weltkrieg führen wird, sofern die Aggression von westlicher Seite nicht aufhört.

Spätestens seit den westlichen Interventionen in Lybien, Irak, Afghanistan und Jemen wissen wir, dass es der NATO und der USA nicht um die Durchsetzung demokratischer Prinzipien geht, sondern vielmehr um die Durchsetzung der eigenen Hegemonialposition in der Welt. Diese militärischen Interventionen dienen der bewussten Destabilisierung anstatt der Stabilisierungsabsicht, die man der Öffentlichkeit vorgauklt. Wer sich die heutige Situation dieser Länder anschaut sieht, dass diese weit ab entfernt davon sind, gefestigte demokratische Strukturen entwickelt zu haben. In Lybien und Afghanistan haben radikale Anhänger des Islam mittlerweile wieder die Oberhand. Die gesamte auf militärische Aggression aufgebaute Außenpolitik der USA ist eine komplett gescheiterte, zumindest aus der Sicht jener naiven Amerikaner, die glauben, bei ihren Militäreinsätzen ginge es um Demokratie und die Verteidigung der nationalen Sicherheit. Die Amerikaner sollten sich ihrer eigenen wertvollen Verfassung bewusst werden, die einst entstand, als sie sich selbst von einer britischen Hegemonialmacht loslösten, übrigens mit russischer Hilfe durch die russische Marine. Heute agieren die USA als militärische Marionette für britische Imperial-Ideologie und lassen sich als Destabilisationskraft misbrauchen. Welch eine Ironie! Die amerikanischen Gründerväter würden sich im Grabe herumdrehen.

In Wirklichkeit wird die Eskalation bezüglich Russland deswegen betrieben, weil das gesamte transatlantische Finanzsystem in einem sich beschleunigenden Zusammenbruchsprozess befindet, während Russland und insbesondere China in den letzten Jahrzehnten einen Wachstumsprozess hingelegt haben, der genau den Hegemonialanspruch herausfordert, den die USA unter britisch-ideologischer Kontrolle für sich allein beanspruchen. Ein untergehendes System steht einem aufstrebenden gegenüber. Die typische und bereits oft zitierte Thukydides-Falle. Die britische ideologische Kontrolle der amerikanischen Regierungsadministration lässt eine Deeskalation der Lage in der Ukraine nicht zu. Es ist schwer einzuschätzen, ob der Besuch Hollandes und Merkels bei Putin in Moskau ein Besuch mit ernster Absicht oder ein Alibi-Besuch war, auf jeden Fall sollte die Erkenntnis aufkommen, dass eine Befriedung der Ukraine unter der derzeitigen US-amerikanischen Regierung nicht möglich ist, weil diese der eigentliche Aggressor ist.

Weder ein noch so ausgefeilter Friedensplan, noch eine 100km breite entmilitarisierte Zone um eine Demarkationslinie im Stile der Koreanischen Halbinsel würden ausreichen, um die NATO davon abzuhalten, ihre Aggressionen gegen Russland in einer anderen Weise fortzusetzen, weil der wirkliche Treiber hinter dieser Aggression nicht etwas ist, das Russland getan oder nicht getan hat, sondern weil das eigene Haus der NATO, also das westliche transatlantische Finanzsystem, am zusammenbrechen ist. Eine Befriedung der Ukraine wird nur möglich sein, wenn sich Frau Merkel entschieden, offen und energisch gegen die Intentionen der Obama-Administration widersetzt. Es ist an der Zeit für "Madame Non" nun einmal ein wirklich bedeutendes "Non" auszusprechen, und dabei gewisse historische und moralische Grundsätze in den Vordergrund zu stellen, und nicht die eigenen Karriereabsichten und transatlantischen Dependenzen. Mit ihrem Nein zu Waffenlieferungen in die Ukraine besteht zumindest die vage Hoffnung, dass eine solche Entwicklung ihren Anfang nehmen könnte. Von Washingtons Hure zur Friedensbotschafterin? Es wäre sehr zu wünschen, jedoch sind die Hoffnungen sehr verhalten.

Solange die amerikanische Außenpolitik sich nicht von ihren Hegemonialbestrebungen verabschiedet, solange wird es auch keinen Frieden in der Ukraine geben und jegliche Friedensbemühungen werden seitens der Amerikaner sabotiert werden. Ein Friedensplan, wie er nun von den Normandy-Four vorgeschlagen wurde, hätte zumindest das Potential, die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und das Anwachsen der Todesopferliste in diesem Konflikt zu stoppen. Dies muss jedoch dringend mit der Aussicht auf wirtschaftlichen Aufbau und Entwicklung gekoppelt werden. Als eine klare Alternative zum zusammenfallenden Kartenhaus des Transatlantikraumes bieten sich die inklusiven Kooperationsangebote der BRICS-Staaten an, deren Kernpunkt der Entwicklung der Neuen Seidenstrasse eine Möglichkeit für die Ukraine wäre, wieder die industrielle Bedeutung von einst zu erlangen und ein Teil zu sein eines wirtschaftlichen Entwicklungskorridors, der allen in Europa zum Vorteil gereichen würde.

Die rein geopolitische Interessensausrichtung der heutigen internationalen Beziehungen muss ein Ende finden und ersetzt werden, durch ein neues Westfälisches Prinzip der gegenseitigen Förderung und Entwicklung in kooperativem Umgang miteinander bei gleichzeitigen Respekt der nationalen Souveränität als Grundlage. Mit der derzeitigen US-amerikanischen Regierung, die auf gezielte Destabilisierung zur Durchsetzung eines Hegemonialanspruches statt auf gemeinsame Entwicklung setzt ist dies nicht möglich.

ADDRESS
Thomas Trautzsch   
Jacob-Michelsen-Str. 3, 07749 Jena

CONTACTS
Email: thomas.trautzsch@ars-inveniendi.com
Phone: +49 157 59 23 8449

Thanks for filling out form!