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Wer zieht die Fäden bei Merkels UN-Ambitionen?

von RT
2015-01-12

Merkels Erfüllungspolitik für Washington hat einen G
Merkels Erfüllungspolitik für Washington hat einen G
Angela Merkels Politik gegenüber Russland kann durch ihren potentiellen Wunsch erklärt werden, der nächste UN-Chef zu werden, eine Ambition, die nur erfüllt werden kann durch eine "Erfüllungspolitik" gegenüber Washington, sagt der Kolumnist für Auslandsangelegenheiten bei RT, Nebosja Malic.

RT: Vor kurzem machte der ukrainische Premierminister Arseniy Jatseniuk einen Kommentar während seines Besuchs in Deutschland - er rief "die Invasion der Ukraine und Deutschlands durch die UdSSR" in das Gedächtnis zurück. Das wurde vom offiziellen Berlin kommentarlos hingenommen, trotz Moskaus Forderung nach einer Reaktion. Warum glauben Sie ist das so?

NM: Es gibt keine rationale Erklärung für Merkels Verhalten gegenüber Russland und dem Rest Europas. Es gibt keine rationale Erklärung, warum sie im Anschluss an die Kommentare des urkainischen Premierministers über den Zweiten Weltkrieg Stillschweigen bewahrte. Das war ein sehr sehr entflammender Kommentar auf den sie hätte reagieren müssen, jedoch tat sie es nicht, weil aus welchem Grund auch immer, und vielleicht ist es Spekulation, aber es ist im Interesse Washingtons, das derzeitige Regime in Kiew stark zu machen. Hier steht sie nun, Frau Merkel, und tut, was im Interesse Washingtons ist, anstatt das zu tun, was im Interesse Deutschlands liegt.

RT: All das kommt zu einer Zeit, da Gerüchte zirkulieren, das die Kanzlerin ihr Amt vorzeitig aufgeben könnte, um den Posten des UN-Chefs zu übernehmen. Wie würde das ihre derzeitige Politik beeinflussen?

NM: Was ist nach der Kanzlerschaft der nächste Schritt für jemanden, der offensichtlich noch nicht in den Ruhestand gehen will, der noch nicht bereit ist, das Rampenlicht, sowie eine gewisse Einflussmacht in der Welt aufzugeben? Die Gerüchte in den deutschen Zeitungen über ihre Ambitionen für den Posten des UN-Generalsekretärs, der nach UN-Brauch als nächstes an einen Europäer geht, passen absolut in die gesamte Geschichte, die Tatsachen passen zusammen und auch das Verhalten.

Wenn Angela Merkel der nächste UN-Generalsekretär werden will und wir alle wissen, dass jemand, der den Zorn der Vereinigten Staaten auf sich gezogen hat nicht lange in diesem Amt bleibt, oder gar gewählt wird, wenn sie nicht die Unterstützung Washingtons hätte, dann beginnt die Erfüllungspolitik gegenüber Washington absoluten Sinn zu machen.

RT: Sie ist jedoch sehr beliebt in Deutschland und hat eine Menge Einfluss. Warum würde sie das aufgeben?

NM: Das ist Teil des Problems. Sie ist keineswegs so populär im Rest Europas. Tatsache ist, dass die meisten Europäer das, was ihnen wiederfährt als Merkels Schuld ansehen, ganz gleich ob es so ist, oder nicht. Ihr Verbleib im Kanzleramt für eine weitere Periode könnte für sie politisch nicht zweckdienlich sein, weil es für einen Karrierepolitiker, der seinen Ruf erhalten will, am besten ist, abzutreten, wenn die Popularität am größten ist, und nicht am Boden.

Zu Zeit da die UN-Wahlen 2017 anstehen, wird sie sich dem Ende ihrer Legislaturperiode nähern und es wäre ein großartiger Ausstieg zu einer höheren Ebene der politischen Existenz, und man überlässt das Aufräumen des wirtschaftlichen und politischen Chaos jemand anderem, am besten jemandem aus der eigenen Partei. Wiederum zeigten die letzten Wahlen, dass es derzeit keine andere Figur gibt, die stark genug wäre, sie herauszufordern.

Es gibt eine Menge Unzufriedenheit über die CDU (Christlich Demokratische Partei), jedoch ist diese nicht groß genug, jemand anderen in das Kanzleramt zu befördern. So wiederum, könnte es ein kalkulierter Zug sein zu sagen, "Okay, ich bin jetzt auf dem Höhepunkt meiner Popularität und flüchte mich aus der Verantwortung wenn danach alles zusammenbricht." Tony Blair hat das ziemlich effektiv gemacht, als er sich zurückzog, und Gordon Brown die Regierung überließ und die Labour Party wurde in den nächsten Wahlen deutlich geschlagen. Jedoch entkam Blair den Beschuldigungen dafür und ist nun ein hochbezahlter Motivationssprecher und Consultant, der in der Welt umher reist und nie für seine Verbrechen geradestehen muss.

Oder es könnte sein, dass die Spekulation in den deutschen Medien einfach das Wasser testet und den Topf der deutschen Politik ein wenig aufwirbelt, um zu sehen, wass die Reaktionen der allgemeinen Öffentlichkeit auf die Bekanntgabe wäre, dass Merkel gehen könnte. Ob dies einen anderen politischen Gegner hervorbringen würde, der etwas verfrüht nach ihrem Posten greift, das sind alles politische Taktiken, man muss da vorsichtig sein, jedoch die Idee das Merkel einen Aufstieg anstrebt, um über Deutschland hinaus zu sprechen, passt sicherlich mit ihrem Verhalten gegenüber den USA zusammen.

RT: Wie glaubwürdig sind die Gerüchte, das Merkel überhaupt gehen könnte?

NM: Ich neige zu sagen, das sie wahrscheinlich wahr sind, weil alles zu ihrem Verhalten passt, es hilft auf jeden Fall zu erklären, was sonst durch rationale Interessen nicht erklärt werden kann.

(Die Aussagen, Ansichten und Meinungen die in dieser Kolumne zum Ausdruck gebracht wurden, sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die von RT wieder.)
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