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Ray McGovern: "Das Obama-Putin Vertrauen wieder aufbauen"

von Thomas Trautzsch
2015-01-08

Ray McGovern
Ray McGovern
Am 3. Januar 2015 veröffentlichte Ray McGovern eine Abhandlung mit dem Thema Wiederaufau des Vertrauens zwischen Obama und Putin auf der Webseite consortiumnews.com (Link zum Originalartikel). Obwohl McGovern die Geschichte um den Ukraine-Konflikt und dessen Natur absolut exakt wiederzeichnet und auch die Ursachen für die Ereignisse richtigerweise in der weiter zurückliegenden Geschichte aufweist, halten viele der Blogger, die seinen Artikel kommentiert haben, das Bestreben McGoverns für illusorisches Wunschdenken, zumal das Vertrauen in Präsident Obama zutiefst gesunken ist, eine friedliche Lösung in der Auseinandersetzung mit Russland suchen zu wollen.

Dennoch sollte man für den großartigen McGovern auch in dieser Angelegenheit eine Lanze brechen, denn es wäre schlecht bestellt um die Welt, wenn man nicht mehr die Dinge äussern könnte, wie sie eigentlich sein sollten. Eine Vertrauensbasis zwischen Obama und Putin wäre in dieser derzeitigen äußerst angespannten Situation eine wirklich wichtige Voraussetzung, obgleich die Chancen dafür gering sind. Alle Entscheidungen und Aktionen Obamas seit seines Amtsantritts im Jahr 2008 lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Wall Street Korruptionsabteilung diesen Präsidenten voll im Griff hat. Seine kürzliche absolut fragwürdige Teilnahme bei der Organisation von Abgeordnetenstimmen für die Abschaffung der Nichtversicherung von Derivatverlusten durch die FDIC in einem Gesetzeszusatz im Dodd-Frank Gesetz, und das im direkten Zusammenspiel mit dem Chef der Citigroup Jamie Dimon, lässt wahrlich wenig Raum für McGoverns noble Hoffnungen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und man soll niemals aufgeben. Wie gesagt, McGovern ist ein großartiger Mann.

Vielleicht blickt McGovern ja auch aus einem anderen Grund mit einer Art verzeihendem Blick auf Obama. 2016 stehen Wahlen an, in denen zumindest nach derzeitigem Ermessen die Kriegsfalken der Republikanischen Partei die Oberhand hätten und das Versagen der Demokraten durch das Festhalten an ihrem gescheiterten Präsidenten den Sieg eines demokratischen Kandidaten unwahrscheinlicher machen. Was läge da näher, den Versuch zu starten, den Präsidenten mit der Aussicht auf steigende Popularität zum Wohle seiner demokratischen Partei hinsichtlich der Wahlen 2016 dazu zu bewegen, einmal etwas Vernünftiges, Konstruktives zu tun, etwas, das die Spannungen kurzfristig lösen, und Zeit gewinnen könnte, und gleichzeitig die Chancen für einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten 2016 erhöhen würde? Aus diesem Winkel macht der Versuch vielleicht Sinn. Das Risiko ist dennoch hoch und es gibt äusserst berechtigte Zweifel, zumal Obama in der Hand der zunehmend verzweifelten kriegstreibenden Wall street Oligarchie den Finger am roten Knopf hat und die Frage, ob die Mehrheit der US-Amerikaner eine Relaxation der Beziehungen zu Putin und das Aufheben von Sanktionen gegenüber Russland gutheißen würde, eine offene ist. Nicht alle Amerikaner genießen die Intelligenz, den Bildungsgrad und den moralischen Kompass eines Ray McGovern. Auch die meisten Europäer nicht.

McGovern identifiziert John Kerry und Victoria Nuland als die Hauptakteure der Kriegstreiberei auf amerikanischer Seite und fordert u.a. in einer Liste von Neujahrsvorsätzen die Absetzung Kerrys und Nulands. Absolut richtig. Wenn diese beiden nicht neutralisiert werden, sind die Aussichten auf eine Deeskalation gering, auch deswegen, weil Kerry, bzw. Mitglieder seiner Familie persönliche Interessen innerhalb der Gasenergiewirtschaft in der Ukraine zu haben scheinen. Diese Maßnahme ist absolut notwendig für die kurzfristige Kriegsprevention. Gleiches gilt für die Teilnahme der USA bei dem Internationalen Friedensgipfel am 15. Januar in Kasachstan, der von Petro Poroschenko organisiert wird. Kurzfristig muss alles für die Kriegsprevention getan werden. Langfristig gäbe es eine Reihe wundervoller Optionen der amerikanischen Zusammenarbeit mit dem BRICS Nationenverbund auf die noch einzugehen sein wird.

Wenn man Hoffnung hat, und diese auch äussern darf, dann ist es sicher erlaubt zu sagen, dass man sich wünscht, dass die angesprochenen und alle anderen möglichen Kriegspreventionsmaßnahmen bis zur Präsidentschaftswahl 2016 durchhalten. Mit der Präsidentschaftswahl 2016 werden die Karten neu gelegt. Die derzeit offensichtlichen Kandidatenoptionen für diese Wahl sind allesamt katastrophal.

Wenn die Amerikaner es tatsächlich fertigbringen sollten, zum dritten Mal einen Bush in das Weisse Haus zu wählen, dann kann man nur konstatieren, dass bei ihnen wirklich sämtlicher Hopfen und Malz verloren ist. Auch Hillary Clinton würde keinen Unterschied zur derzeitigen Politik Obamas machen, es sein denn, die Kreise um ihren Ehemann geben ihr klipp und klar die Richtung vor. Es ist jedoch angesichts der Tatsache, dass Hillary Clinton als Karriere-versessene Egomanin bekannt ist, sowie der Tatsache, dass die gleichen Wahlkampf-Sponsoren, die Obama in das Weisse Haus brachten, dies auch für Hillary tun wollen ... natürlich nicht ganz uneigennützig ... eher unwahrscheinlich, dass sie moralisch in der Lage wäre, einen grundlegenden Wechsel in der Finanzwirtschafts- sowie Aussenpolitik herbeizuführen. Der bisherige Vizepräsident Joe Biden lässt zwar ab und an moralische Grundsätze durchblicken, bewies jedoch kaum Rückgrat in relevanten Entscheidungen und hält sich arg im Hintergrund.

Die republikanischen Kandidaten neben Jeb Bush sind mehr oder weniger alle Clowns, sodass die Mehrheit wahrscheinlich auf einen Präsidentschaftswahlkampf zwischen Clinton und Bush tippen würde.

Das beste für die USA und die Welt insgesamt wäre, wenn Hillary Clinton im demokratischen Nominierungsausscheid gegen Elizabeth Warren gewinnen würde und kurz danach Clintons moralisches Versagen und ihre aktiven Vertuschungsverbrechen im Benghazi-Fall an das Tageslicht gebracht würden, was dazu führen würde, dass Elizabeth Warren als Runner-Up die neue Präsidentschaftskandidatin gegen Jeb Bush sein würde. Clintons Sponsoren würden auf Warren übergehen und im finalen Präsidentschaftswahlkampf zwischen Warren und Bush könnte dann Diane Feinstein die Freigabe der restlichen 5400 Seiten des CIA-Folterberichtes erwirkt haben, die eindeutig belegen, dass die Folter von George W. Bush und Dick Cheney, also zwei republikanischen Kriegsverbrechern, autorisiert wurde. Der scheidende Senator Mark Udall könnte diesen Bericht auch in einer Senatssitzung vorlesenderweise zu Protokoll geben und somit der Öffentlichkeit zugängig machen. Bush und Cheney wird daraufhin die Immunität aberkannt und der Prozesse gemacht. Vielleicht findet die britische Chilcot-Kommission bis 2016 ja ihre Eier wieder und auch noch etwas über die Lügen und Verbrechen der Bush/Blair-Fraktion und den Mord von Dr. David Kelly heraus. Das dürfte auch Jeb Bush beerdigen. Wenn das nocht nicht reicht und die 9/11 Opferfamilien die Veröffentlichung der klassifizierten 28 Seiten des 9/11 Berichtes bis 2016 noch nicht erwirken konnten, dann könnte sich der ehemalige Senator Bob Graham oder der Republikaner Walter Jones, oder ein anderer Kongressabgeordneter oder Senator, der diese 28 Seiten lesen durfte, dazu entschließen, seinen Office-Eid zu brechen, und der Öffentlichkeit die klassifizierten 28 Seiten des 9/11 Berichts präsentieren, in denen peinliche Beziehungen zwischen der Bush-Familie zu den Saudis im Bezug auf die Geschehnisse und die Finanzierung um 9/11 dokumentiert sind. Es würde jenen wahrscheinlich die wohlverdiente Pension kosten, aber sie würden damit ihrem Land einen Dienst erweisen und vielleicht sogar einen Weltkrieg verhindern. Sie müssten dafür nur am Leben bleiben.

Elizabeth Warren

Elizabeth Warren als Präsidentin der USA wäre ein Segen für das Land und die Welt, sofern sie an ihren Prinzipien bezüglich des Glass-Steagall-Gesetzes festhält und sich in einer Roosevelt/Kennedy-orientierten Politik nicht in finanztechnischen Einzelheiten verliert, sondern reale physische Aufbauarbeit im eigenen Land, sowie in der Welt betreibt. Sie wäre diejenige, die die Hand in Richtung BRICS-Kooperation austrecken könnte.

Die Welt könnte so schön sein ...
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