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Oliver Stone über die Regimewechsel Operation in Kiew

von Thomas Trautzsch
2015-01-02

Oliver Stone By nicolas genin from Paris, France [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Oliver Stone By nicolas genin from Paris, France [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Als sich der renommierte Filmemacher Oliver Stone in einem Facebookeintrag am 1. Januar 2015 zu Wort meldete, um seine kürzlichen Aktivitäten aufzuzählen, zu denen u.a. auch ein Interview mit dem ehemaligen Regierungschef der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gehörte, brach unter einer Großzahl von ukrainischen Facebook-Nutzern ein regelrechter Shit-Storm darüber aus.

Viele der Nutzer, die Herrn Stone wegen einer vermeintlichen Nähe zu Viktor Janukowitsch mittels vorwiegend fauler Wortwahl kritisierten, machten den Punkt, dass Herr Janukowitsch eine äußerste korrupte Figur in der Ukraine gewesen ist. Obwohl Oliver Stone in seinem Facebook-Post diese Tatsache überhaupt nicht bestritt, assoziierte man sein Interview mit Janukowitsch mit einer gekauften Nähe zu ihm. Solche Absurditäten, zumal Oliver Stone mit Sicherheit kein Einkommensproblem haben dürfte, sind Ausdruck eines fortschreitenden Spaltungsprozesses in der Ukraine, der tiefgreifende nationale Wurzeln hat und der bewusst vom Westen instrumentalisiert wird, um u.a. gegen Russland mobil zu machen.

Die Aggressivität und die beleidigende Wortwahl mit der viele der Nutzer sich geäußert haben, spiegeln neben dem allgemein stattfindenden Werteverfall in gewisser Weise einen Radikalisierungsprozess in der Ukraine wieder, der seine Ursprünge bereits weit vor den Ereignissen des Kiewer Maidan hatte. Die Nicht-Aufarbeitung der Kriegsverbrechen ukrainischer Hitler-Kollaborateure nach Beendigung des 2. Weltkrieges (man denke an die 500000 polnischen Juden, die durch ukrainische Nazis ermordet wurden) führte zum ungehinderten Fortbestehen des extremen nationalistischen Gedankenguts insbesondere im Westteil der Ukraine. Die ukrainischen Nationalisten, deren Aushängeschild Stepan Bandera unter ihnen noch heute mit einer gewissen Huldigung verehrt wird, wurden nach dem zweiten Weltkrieg mit der Unterstützung britischer Geheimdienste und des CIA am Leben gehalten und zum Zweck der Subversion in der ehemaligen Sowjetrepublik kultiviert. Der dabei entstehende Konflikt mit der vorwiegend russischstämmigen Bevölkerung des Ost-Teils der Ukraine war damit so gut wie vorprogrammiert. Laut des ehemaligen CIA-Analysten Ray McGovern machten Mitglieder der amerikanischen Regierung bereits 2008 gegenüber dem russischen Außenminister Sergei Lawrow Andeutungen über das Bestreben, die Ukraine der NATO zuzuführen. Die Regierungsbeauftrage für osteuropäische Angelegenheiten, Victoria Nuland, brüstete sich mit der Tatsache, dass die USA ca. 5 Milliarden US-Dollar in die Kultivierung des ukrainischen Nationalismus und in entsprechende Nichtregierungsorganisationen investiert habe, um somit anti-russische Sentimente in der Bevölkerung der Ukraine zu schüren.

Oliver Stone identifizierte ebenfalls die CIA als einen Hauptakteur in der Steuerung der Ereignisse um den Maidan, der ursprünglich allein gegen die ausufernde Korruption der Janukowitsch-Regierung, die dennoch demokratisch gewählt wurde, gerichtet war. Auch auf dieser Webseite wurde bereits mehrfach hervorgehoben, dass die ursprünglich friedliche Maidanbewegung gezielt durch Provokationen des eigens dafür instrumentalisierten Rechten Sektors und durch gewaltsame tödliche Interventionen durch bisher nicht identifizierte Heckenschützen in einen Putsch verwandelt wurde, der den gewaltsamen Sturz der Janukowitsch-Regierung bewirkte. Die berechtigten Korruptions-Sentimente der allgemeinen ukrainischen Bevölkerung, die einst friedlich auf dem Maidan-Platz protestierten, wurden im Zusammenspiel mit dem bis dato unterschwelligen extremen Nationalismus der Westukraine von der CIA instrumentalisiert, um einen aus westlicher Sicht akut notwendig gewordenen Regierungssturz herbeizuführen, da die Janukowitsch-Regierung sich kurzfristig entschied, die EU-Zwangsjacke des verhandelten Assoziierungsabkommens abzulehnen und stattdessen die wirtschafltichen Beziehungen zu Russland weiterzuführen. Die derzeitig betriebene Spaltung der Ukraine ist auf diese Prozesse zurückzuführen. Oliver Stone macht auch mit wenigen Worten klar, dass solche CIA-Operationen, wie sie auf dem Maidan gefahren wurden, keine Einzelfälle sind. Im gleichen Stile wurde z.B. bereits in den 50er Jahren die iranische Mossadeg-Regierung gestürzt, weil diese sich anschickte, die iranischen Ölquellen zu verstaatlichen. Ein anderes genanntes Beispiel ist der vorläufige Sturz der Chavez-Regierung in Venezuela. Ein Facebook-Nutzer Dan John postete treffenderweise eine Art Aggressionskontenvergleich aus dem eine eindeutig Botschaft hervorgeht.

Aggressions-Score

Es ist leider eine Tatsache, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht das gesamte geo-politische Ausmaß der Ereignisse in der Ukraine sehen will, sondern es vorzieht, ihre Wut unkonstruktiverweise ausschließlich auf die Person Janukowitsch und das mit ihm in Verbindung stehende ukrainische Korruptionsproblem zu kanalisieren. Diese Jakobinische Tradition führt, wie damals auch in der französischen Revolution dazu, dass das Gesamtbild nicht gesehen wird, und die vorherrschende Wut wirklich konstruktive und kooperative Lösungen verhindert. Gleich der französischen Revolution wird auch der Maidan-Aufstand als eine gescheiterte Revolution in die Geschichte eingehen, weil sie zur Folge hatte, dass sie Kräfte an die Macht brachte, die nicht in der Lage sind die eigentlichen Probleme des Landes zu lösen, sondern diese eher noch durch ihre Konfliktbereitschaft und ihren Charakter einer westlichen Marionetten-Regierung verschärfen wird. Und dies allein ist auch der angestrebte Zweck.

Oliver Stone trifft den Nagel auf den Kopf wenn er sagt, dass die Botschaft der westlichen Medien "Russland in der Krim lautet", wo es doch in Wirklichkeit heißen müsste "USA in der Ukraine". Die kritischen Stimmen aus den USA selbst, werden von den westlichen Leitmedien systematisch ausgeblendet. Deswegen bemühen auch wir uns diesen hier auf dieser Seite eine Präsenz zu verschaffen.

Es grüßt
Thomas Trautzsch
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Thomas Trautzsch
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