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Obamas gefährlicher Abgesang und der 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls

von Thomas Trautzsch
2014-11-13

Thomas Trautzsch
Thomas Trautzsch
Die Zwischenwahlen in den USA von letzter Woche brachten erwartungsgemäß eine massive republikanische Mehrheit hervor. Diejenigen, die ein bisschen den Lauf der Dinge in den USA verfolgen, dürften von diesem Ausgang wenig überrascht sein. Seit Monaten hat Präsident Obama die schlechtesten Umfragewerte überhaupt und befand sich eigentlich schon relativ kurz nach seiner massiv meinungsmanipulierten und republikanischer Feigheit zu verdankenden Wiederwahl im Sturzflug, nicht zuletzt auch wegen seiner inkompetenten aggressiven Außenpolitik, einer verfehlten Gesundheitspolitik, die nur Vorteile für die privaten Versicherungsfirmen bringt und einer zunehmenden Isolation von der Realität.

Diese Wahlen waren nicht nur ein Trendbarometer für die USA, sondern auch für den gesamten transatlantischen Raum, der wirtschaftlich, sowie moralisch immer weiter auf den Bankrottzustand zusteuert. Die Republikaner haben aus wahltaktischen Gründen, wohlwissentlich, dass Obama mehrfach die Verfassung übergangen hat und das Land durch aggressive Geo- und Provokationspolitik gegenüber Russland und China immer weiter an den Rand einer thermonuklearen Konfrontation führt, trotzdem von einer absolut notwendigen und gerechtfertigten Amtsenthebung abgesehen, während ein wesentlicher Teil der amerikanischen Bevölkerung, sowie Bevölkerungen anderer Nationen, unter diesem Unsinn zu leiden haben. Angesichts dieser perfiden Haltung der Republikaner kann man davon ausgehen, dass sie derzeit keinen Deut besser sind und einen ähnlich bankrotten intellektuellen Zustand aufweisen, wie jene Demokraten, die noch an Obama und seiner unmoralischen, sowie unmenschlichen Geopolitik und desaströsen
Innenpolitik festhalten.

Immer mehr Demokraten der alten Garde distanzierten sich während des Wahlkampfes mehr oder weniger offensichtlich vom Versager-Präsidenten und jene, die es nicht taten, erhielten quasi den politischen präsidentschaftlichen Todeskuss.

In dieser nun vorherrschenden Machtkonstellation zwischen den republikanischen Mehrheiten im Kongress und im Senat und dem demokratischen Weissen Haus unter Obama wird es einen weiteren Ausbau der Regierung per Dekret geben, sofern dieser Präsident samt seines Stabs nicht des Amtes enthoben wird. Selbst in Zeiten demokratischer Mehrheiten scheute Obama nicht davor zurück, unter massiver Ausweitung der Anwendung der Unitary Executive, also dem Bestimmen per Erlass anstatt per Auseinandersetzung mit dem Kongress, den traurigen Rest der amerikanischen Verfassung, insbesondere den War-Powers-Act, auszuhebeln, um in entfernten Regionen Nordafrikas und des Nahen Ostens, aber auch Europas blutige Regimewechsel unter Verwendung militärischer Ressourcen und der Instrumentalisierung radikaler Islamisten und Neonazis herbeizuführen, für die es keine verfassungsrechtliche Grundlage gab. In all diesen Fällen von Libyen, Syrien, Irak und der Ukraine haben auch demokratischen Autoritäten, wie John Kerry oder Hillary Clinton total darin versagt, sich dem Präsidenten und seinem Stab in diesen Entscheidungen entgegenzustellen und wenigstens etwas menschliche Moral walten zu lassen, auch wenn dies wahrscheinlich einen Rückschritt in deren Karriere bedeutet hätte. Für diese Feigheit und Unmoral bekommen sie nun von den amerikanischen Bürgern die Quittung.

Wer jedoch glaubt, durch diesen Umstand allein würde sich etwas wesentliches ändern, der irrt. Präsident Obama wird zwar gezwungen sein, in bestimmten Ressorts Kompromisse mit den Republikanern einzugehen, jedoch besteht kein Zweifel daran, dass auch der bestimmende Teil der Republikaner nicht davon getrieben sein wird, die beste Politik für die Bürger des Landes zu machen, sondern sie werden versuchen, mittels der unfähigen Präsidentenfigur Obamas weitere wahltaktische Manöver zum eigenen Vorteil im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen 2016 zu veranstalten. Es ist auch bekannt, dass es in der republikanischen Partei wesentlich mehr Kriegsfalken und Wallstreet-Prostituierte gibt, als in der demokratischen Partei. Gerade im Bezug auf den Umgang mit der ISIS und den Krisenherden in der Ukraine, wird es darauf ankommen, dass vernünftige Kräfte in den entfernteren Umkreisen der Präsidentschaft, des Generalstabs und insbesondere der alten Garde der Demokraten ihr Gewicht dahingehend einwerfen, die perfiden Kriegsabsichten Obamas und seines Stabs zu neutralisieren. Es gibt laut verschiedenen Quellen, die insbesondere LaRouchePAC.com zugänglich sind, einen seichten Grund des Optimismus, dass genau dies geschehen wird.

Angesichts der Gefahr, die von einem in die Ecke gedrängten (oder gestellten) Obama ausgeht, ist es derzeit zwar müßig, darüber nachzudenken, wer sein Amtsnachfolger sein könnte, jedoch kann es einigen Aufschluss über die derzeitige verzweifelte Lage der USA geben, wenn man sich die Sache dennoch anschaut. Im Fall der Amtsenthebung wäre dies der derzeitige Vizepräsident Joe Biden. Er ist zwar der einzige, dem im Obama-Stab noch ein gewisses Maß an menschlicher Moral zugeordnet werden kann, jedoch ist er hinsichtlich seiner vielen "Wendemanöver" der kürzlichen Vergangenheit auch eher ein ziemliches Überraschungspaket, an dem die oben erwähnten optimistischen Kreise sicher eine Menge Arbeit zu verrichten hätten. Von all den verfügbaren Optionen wäre dies jedoch sicher die tragbarste.

Wer einen wesentlichen Politikwechsel von Hillary Clinton als Nachfolgerin Obamas durch die Präsidentschaftswahl 2016 erwartet, der wird höchstwahrscheinlich ebenfalls enttäuscht werden, wenn es bis dahin nicht zu einem Weltkrieg kommt. Hillary Clinton übernimmt entsprechend eines Deals zwischen den Obamas und den Clintons Obamas Sponsoren, die, wovon man zweifellos ausgehen kann, ihre Politik bestimmen werden. Der einzige Vorteil den diese Option hätte, wäre, dass die Kreise um den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton wieder in die Nähe der Präsidentschaft rücken würden, was in allen Belangen zwar ein großer Vorteil für das Land wäre, jedoch gibt es berechtigte Zweifel daran, inwieweit die alten Clinton-Kreise sich gegenüber solchen Geldgebern, wie George Soros u.a. durchzusetzen vermögen. Das ist vermutlich die Bill-Clinton-Karte, auf welche die Leute bei LaRouchePAC setzen. LaRouchePAC ist eins der wenigen ehrlichen Medien-Outlets in den USA, die die Wahrheit nicht verbiegen und stets in einen gesunden menschlich-moralischen Kontext stellen. Ob nun die Bill-Clinton-Karte über den Weg der Demokratischen Partei oder über Hillary's Präsidentschaft ausgespielt werden würde ist ganz gleich, aber ich rechne den LaRouchePAC-Leuten hoch an, dass sie trotz diesen Bestrebens mit der absolut berechtigten Kritik an Hillary Clinton nicht hinter dem Berg halten. Ihre moralischen Fehltritte, gerade im Hinblick auf die Benghazi-Affäre waren unverzeilich, grotesk und wesentlich schlimmer als die ihres Mannes.

Die dritte Option, also der Wahlsieg eines noch zu bestimmenden Republikaners, sofern es vorher nicht zum Weltkrieg kommt, ist auch nicht völlig auszuschließen, aus besagtem Grund, dass die Republikaner ihre perfiden Wahltaktik-Manöver mit einer perfekten "Obama-Lame-Duck" fortsetzen werden. Wenn irgendeine weitere Ausgeburt der Bush-Familie als Präsidentschaftskandidat nominiert wird, und die Amerikaner diesen dann wählen sollten, dann wäre dies ein deutliches Zeichen des kurz bevorstehenden Tiefpunkts der Degradation amerikanischer Kultur und Intellekts. Es gibt zwar in der amerikanischen Geschichte zahlreiche Beispiele von vermögenden Familien, die in der einen Generation Arschloch-Präsidenten und in einer anderen späteren großartige Präsidenten hervorbrachten, wie z.B. die Roosevelt-Familie, jedoch habe ich angesichts der "braunen" Historie der Bush-Familie und deren derzeitig verfügbaren Potentaten meine sicher berechtigten Zweifel.

In Deutschland feiert man in diesen Tagen den 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin. Natürlich verbinden sich mit diesem Tag im Jahr 1989 große emotionale Erinnerungen für jeden der ehemaligen DDR-Bürger, die sich eigentlich nichts mehr wünschten, als reisen zu dürfen und ein freies Leben ohne Bespitzelung führen zu können. Medial wird diesem Jahrestag natürlich der gebührliche Platz eingeräumt, jedoch muss man sich ernsthaft die Frage stellen, ob der vielgepriesene Erfolg der bisherigen deutschen Einheit sich in der Realität wirklich so darstellt, wie es uns ARD und ZDF zu vermitteln versuchen. Die Reisefreiheit und die Abschaffung der Bevormundung waren wesentliche Punkte, die von den DDR-Bürgern eingefordert wurden und sie haben sie auch bekommen. Das ist natürlich erfreulich. Weniger erfreulich ist jedoch der Preis, den insbesondere unsere Nachfolgegeneration für die neu gewonnene Freiheit zu bezahlen hat. Ohne dass die meisten deutschen Bürger es gewahr wurden, verkam die deutsche Einheit schon kurz nach dem Mauerfall zum Geo-Politikum, in dem die alten Westmächte unter der Führung von George Bush, Margaret Thatcher und Francois Mitterand sich daran machten, Gesamt-Deutschland aus Angst vor wirtschaftlicher Unterlegenheit und dem Verlust eigener Vormachtstellungen, in ein transatlantisches Konstrukt einzukesseln, dass später EU heißen sollte, in der das Land keine eigene wirkliche staatliche Souveränität hat. Die russische Schwäche in dieser Zeit wurde rigoros ausgenutzt, um Gorbatschow freundlich, aber bestimmt zum militärischen Rückzug aus der ehemaligen sowjetischen Zone zu veranlassen, was auch anstands- und reibungslos geschah. Soweit so gut. Die Bedingung die Gorbatschow jedoch stellte und die gut dokumentierten Versprechen, welche die Nato machte, bezogen sich alle auf das Unterlassen der Nato-Ost-Erweiterung. Dieser Prozess wurde jedoch stetig und mit wenigen Ausnahmen gewählter westlicher Regierungen fortgesetzt.

Der Osten Deutschlands als Dreh- und Angelpunkt des Handels mit den ehemaligen Comecon-Staaten und insbesondere Russland wurde derart willentlich und mit genau diesem geo-politischen Hintergrund de-industrialisiert, dass an den Aufbau gesunder und wirtschaftlich verbindender Beziehungen auf der Basis von gemeinsamer Infrastruktur- und Industrieentwicklung kaum zu denken war. In den ländlichen, aber auch überwiegend städtischen Gebieten Ostdeutschlands kam es dadurch zu Bevölkerungsrückgängen, die sich i.d.R. in von 5% bis zu 50% Einwohnerschwund artikulierten und es noch heute tun.

Sachsen, als Beispiel, hatte zum Zeitpunkt der Wende noch über 5 Mio. Einwohner. Heute sind es gerade noch 4 Mio. Innerhalb von 25 Jahren, also einer einzigen Generation, wurden eine Mio. Menschen in Sachsen wegdezimiert. Solch einen Bevölkerungsschwund hat es in dieser Region nicht im Ersten Weltkrieg, nicht im Zweiten Weltkrieg, vielleicht aber im 30-jährigen Krieg gegeben und das Novum dabei ist, das es nicht durch Krieg oder Krankheit geschah, sondern durch die Manipulation der Geisteshaltung der Menschen bezüglich des Fortschritts. Dieser Umstand wird bei all den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls bewusst verdrängt und vergessen. Das ist grundlegen falsch und ich höre nicht auf, mich zu wundern, warum diejenigen Kulturschaffenden und Intellektuellen, die einst in der DDR über deren hohe Selbstmordrate schrieben, sich heute nicht zu dem in Mittel- und Ostdeutschland stattfindenden regionalen Massenmord äußern können oder wollen. Sollte es bei jedem politischen System nicht um die Menschen und deren Wohlergehen und Fortentwicklung gehen? Beim Ansetzen dieses Maßstabes hat unser derzeitiges Raubtier-kapitalistisches System gründlich versagt. Wir scheinen dies willenlos zu tolerieren. Unsere Folgegenerationen sind keine anderen Umstände mehr gewohnt, als Schwund und Degeneration auf allen gesellschaftlichen und moralischen Ebenen. Sie kennen nicht die Vitalität eines in Deutschland nicht mehr existenten amerikanischen oder auch westdeutschen kapitalistischen Systems in dem das Kapital zum Zweck des menschlichen Fortschritts eingesetzt wurde und dessen Existenz durch Glass-Steagall-Prinzipien stets an die Entwicklung physischer Werte gebunden war. Es setzt ein bewusst medial unterstütztes Generationenvergessen ein.
Man zelebriert die deutsche Einheit heute auch als wirtschaftlichen Erfolg und ich verstehe nicht, warum die Ostdeutschen das angesichts ihrer eigenen massiven Dezimierung so kritiklos akzeptieren.

Ein anderer Punkt war die Freiheit von Bespitzelung und Bevormundung. Hat uns die deutsche Einheit da wirklich weitergebracht? Werden unsere Telefonate heute wirklich nicht mehr abgehört und unser Schriftverkehr wird auch nicht in irgendeiner Form erfasst? Dank Edward Snowden weiß die Welt heute, dass das ganze Gegenteil der Fall ist, und zwar in einem extremeren und vielfältigerem Ausmaß als es die Stasi jemals in der Lage war zu bewerkstelligen. Und dennoch, wir tolerieren es und verklären es zur Normalität mit Argumenten, wie "Ich habe nichts zu verbergen.", etc. Schande über uns.

Was aber wäre, wenn die Umstände den normalen Bürger wieder zum Handeln zwingen würden, um wieder einmal einen Krieg zu vermeiden, oder das Abgleiten in die fortschreitende geistige, kulturelle und wirtschaftliche Degeneration? Wie viele Bürger hätten dann nichts zu verbergen? Wie viele Bürger würden z.B. für das Wohl ihrer eigenen Nachfolgegeneration ihre Karriere aufs Spiel setzen? Wie viele Bürger würden trotz im Inland eingesetzter bewaffneter Drohnen auf die Straße gehen, um für ihre Bürgerrechte zu demonstrieren? Haben solche Orwell'schen Big Brother Maßnahmen keine einschüchternde Wirkung auf eine bürgerliche Masse, die sich kurz vor dem Aufbegehren befindet, weil man ihr die kulturelle Identität und die Grundlagen zur Fortschrittlichen Existenz raubt? Und wieder! Unsere Kunstschaffenden Eliten schweigen zu diesen Themen und ziehen es vor ihre armseligen Karrieren zu schützen.

Ich sehe in einer Fernsehübertragung Jan-Joseph Liefers zu, der irgendwie schon dort auf der riesigen Bühne als vermeintlicher Held des Ostens gefeiert wird, weil er 5 Tage vor dem Mauerfall, also als schon alle Massen der aufbegehrenden DDR-Bürger mobil waren und als kaum noch etwas an Repressalien zu befürchten war, auf einer Bühne stehend den Führungsanspruch der SED anprangerte. Das war seiner heutigen Karriere sicher sehr nützlich. Ein ziemlich stromlinienförmiger Held würde ich meinen. Würde er heute öffentlich und laut und deutlich die demographischen Missstände und deren Ursachen, insbesondere in seiner sächsischen Heimat anprangern? Ich bezweifle es irgendwie. Er sagte dazu zwar etwas, aber er sagte es in einer Art und Weise, wie es ein Ostdeutscher in den 80er Jahren tat, der Angst vor Karriere-Verlust und anderen Repressalien hatte, nämlich zwischen den Zeilen anstatt laut und deutlich.

Deutschland war stets trotz der transatlantischen Isolationsversuche um ein gutes Verhältnis mit Russland bemüht und begrüßte Präsident Putin einst am 25. September 2001 im Bundestag, wo dieser eine Rede hielt, die anschließend mit Standing Ovations aufgenommen wurde. Den Wortlaut kann man heute noch hier nachlesen:

http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/gastredner/putin/putin_wort/244966

Schon 2001 wies Putin übrigens in dieser Rede auf die ISIS hin und hier in Europa tut man seit Ende letzten Jahres überrascht über den plötzlichen Aufstieg dieser Gruppe wahabischer Extremisten.

Immer wenn Deutschland mit Russland in einem friedlichen, guten Verhältnis stand, ging es beiden Nationen gut. Nun kann man sich überlegen, wie es heute dazu kommen konnte, dass die Feindseligkeiten gegenüber Russland so zugenommen haben und die Dämonisierung Putins fast schon Goebbels-Ausmaße in Europa annehmen, obwohl Russland 2001 ganz deutlich dem einigen Europa die Hand reichte. Was ist also passiert?

Putin hat angefangen, Russland aus der Misere der Gorbatschow- und Jelzin-Jahre wieder herauszuholen, indem er die wertvollen Ressourcen seines Landes, wie Erdöl und Erdgas unter staatliche Kontrolle zurückbrachte und einige Oligarchen, die in diesen Jahren des Ausverkaufs unter Jelzin sehr reich geworden sind, entmachtete. Spätestens seit der Enteignung des ehemaligen Yukos-Bosses Mihail Chodorkowski, wusste der Westen, das Putin den Rohstoffausverkauf Russlands stoppen und sich der Logik des vom Westen praktizierten neokolonialistischen Smith'schen Freihandels, bei dem der monetäre Gewinn und nicht der Mensch im Vordergrund steht, nicht länger beugen würde. Seit dieser Zeit wurde die Nato-Ost-Erweiterung, die trotz der gemachten Versprechen von James Baker II, nie aufgehört hat, wieder verstärkt vorangetrieben. Ehemalige GUS-Staaten, die sich immer noch in Einflusssphären Russlands befanden, wurden systematisch wirtschaftlich so weit destabilisiert, dass man unter Benutzung der Doktrin der farbigen Revolutionen von Gene Sharp anfangen konnte diese Nationen kulturell zu unterwandern, um sie von den falschen so genannten Vorzügen der westlichen Werte zu überzeugen. Im Fall der Ukraine ist dokumentiert, dass die USA ca. 5 Milliarden Dollar ausgaben, um ca. 2000 NGOs, also so genannte Nicht-Regierungsorganisationen in der Ukraine zu installieren, deren primärer Zweck es war und ist, ein anti-russisches, russophobes Klima zu erzeugen, das den Nährboden für die Krise bilden sollte, die wir heute sehen. Diese Art der Korruption wird in unseren westlichen Medien als Demokratiebestrebung verkauft. Was ist dies aber für eine Demokratie, wenn diese nicht von der eigenen Bevölkerung dieser Nationen ausgeht, sondern durch westliche Finanzen mit ganz klar geo-politischen Absichten dort eingepflanzt wird? Es gab die Orangene Revolution in der Ukraine. Es gab die Rosenrevolution in Georgien, die Tulpenrevolution in Kyrgistan etc. Alle wurden nachweislich durch die US-amerikanischen Behörden unterstützt und finanziert, mit dem Ziel die Staaten der russischen Peripherie durch gezielte Regime-Wechsel dem Zugang zur Nato zuzuführen. Heute wird unter anderem auch von unserem Außenminister Steinmeier behauptet, dass man nichts dafür könne, dass alle diese Peripherie-Staaten Russlands ganz von selbst der Nato beitreten wollen. Das ist eine glatte Lüge und ich würde behaupten, dass Steinmeier es besser wissen muss und die Existenz dieser amerikanische Destabilisierungsmethoden kennen sollte.

Durch diesen eklatanten Wortbruch der USA unter George Bush und George W. Bush wurde natürlich kein Vertrauen geschaffen, sondern zerstört. Als die Obama-Administration 2009/2010 in einer glattweg "Orwellschen Aktion" der fast gleichzeitigen Promotion der Ausweitung des START-Abkommens und der Schaffung eines so genannten "Raketenabwehrsystems" auf europäischem Boden in Polen, Bulgarien und Tschechien gegen die angebliche "Iranische Bedrohung" die Doppelstandards westlicher Außenpolitik demonstrierte und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollte (also die Abrüstung Russlands bei gleichzeitiger Aufrüstung Europas), und trotz permanenter russischer Anfragen an die USA nach einer schriftlich vertraglich geregelten Nichtangriffserklärung von der Obama-Administration keine Antwort kam, konnte der damalige russische Präsident Dmitri Medvedev nicht anders reagieren, als die in Kaliningrad installierten Iskander-Raketen zu aktivieren und auf ausgewählte europäische Ziele zu richten, um dieses aggressive Vorgehen der USA zu stoppen, oder zumindest zu entschleunigen, um zumindest ein demonstratives strategisches Gegenpotential aufzubauen.

Russlands Schuld?
Russland wird in den westlichen Medien völlig zu Unrecht als Aggressor hingestellt. Sämtliche Aktionen Russlands, die in der kürzlichen Vergangenheit als russische Aggression in den westlichen Medien verschrien wurden, waren Reaktionen auf US-amerikanische/Europäische/Nato Aggressionen, einschließlich der Annektierung der Krim. Russland wäre vor dem Ende 2013 nie auf die Idee gekommen, die Krim zu annektieren. Dies geschah als Reaktion auf einen von außen durch amerikanische Operationen herbeigeführten Putsch in Kiew, die den seit Jahrzehnten fortwährenden, ausufernden Nationalismus und unaufgearbeiteten Faschismus in der Ukraine instrumentalisierten, um die Ukraine in die Europäische Union, und schlimmer, in die NATO zu prügeln. Als Folge war für Russland absehbar, dass es die Nato auf dieses Ziel abgesehen hatte und DIE NATO wusste ganz genau, dass Russland auf gar keinen Fall seinen einzigen eisfreien Hafen in Sewastopol auf der Krim, der Heimat der russischen Schwarzmeerflotte der Nato überlassen würde. Man kannte die rote Linie Russlands und hat trotzdem unter eklatantem Bruch des Völkerrechts Fakten in der Ukraine geschaffen, die nur so bewertet werden können, als das ihr ultimatives Ziel der Angriff auf Russland ist. Aufgrund der ethnisch geteilten Bevölkerung der Ukraine, von der ca. 60% russischstämmig sind, war auch völlig absehbar, ja sogar gewollt, dass sich die russisch-stämmige Bevölkerung in der Ostukraine den Aggressionen der von Nazi-Akteuren durchsetzten Kiewer Putschregierung widersetzen würde. Heute wird dieser russischstämmige Widerstand in den Westlichen Medien abwertend als "Separatistenbewegung" dargestellt, wobei doch völlig klar ist, dass vor diesem Nazi-Putsch in Kiew keiner dieser Leute einen Gedanken daran verschwendet hatte, gegen seine eigenen Landsleute und Brüder zu kämpfen. Für diese ekelhafte geopolitisch motivierte Destabilisierungsstrategie seien die Obama-Regierung, alle Bush-Regierungen, sowie alle Regierungen, die sich "braun-blind" daran beteiligten, bis in alle Ewigkeit verdammt.

Man sieht also, dass man zwar in Deutschland den Tag des Mauerfalls feiern kann, es aber in den Gesamtkontext nicht so richtig hineinpassen will, weil anderswo, wie selbst Scheindemokraten, wie Mihail Gorbatschow und Henry Kissinger zugeben mussten, anderswo durch westliche Aggressionen neue Mauern aufgebaut werden und eine neue bi-polare Welt geschaffen wird. Im Prinzip verkommt dieser eigentlich wichtige Jahrestag zu einem weiteren Ausdruck westlicher Doppelmoral: In Deutschland überwanden wir die Teilung und verurteilen Faschismus, jedoch in der Ukraine übersehen wir Faschismus bewusst und helfen dabei eine Spaltung herbeizuführen, die uns wieder in einen Kalten Krieg, nur diesmal viel näher an der russischen Grenze führt, der absolut beabsichtigt ist, in einen heißen Krieg, oder gar in einen thermonuklearen Krieg transformiert zu werden.

Die Gelegenheit, die Beziehungen zwischen Europa und Russland nach dem Fall der Mauer durch die gezielte gemeinsame Entwicklung Polens und des Baltikums auszubauen wurde vertan und bewusst von den alten transatlantischen konservativen Kräften unterdrückt aus niederen Motiven. Das ist der eigentliche Wind, in den fast alle Mainstream-Medien ihre korrumpierten Fahnen hängen und daran sollten die Bürger insbesondere unseres Landes aufbegehren und dies nicht nur mittels missbrauchter Symbolik der deutschen Einheit, sondern laut und deutlich artikuliert, auf der Straße, in den Gassen, überhaupt überall dort, wo sich Veränderung zum Besseren als erstes manifestiert: in den Köpfen der Menschen.

Es grüßt
Thomas Trautzsch
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