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Spontandemo vor US-Botschaft nach Raketenangriffen auf Syrien

von Thomas Trautzsch
2018-04-15
Antikriegsdemo vor US-Botschaft April 2018

von Thomas Trautzsch, Jena, Deutschland

In der Nacht vom 13.4. zum 14.4. griffen die USA, Großbritannien und Frankreich in einer gemeinsamen Militäraktion Syrien an, mit der Begründung, dass man den Gasangriff von Douma bei Damaskus, den man ungeklärterweise spontan Präsident Assad anlastete, nicht unbeantwortet lassen könne. Diese Position wird auch von der deutschen Bundesregierung getragen und die deutsche "Verteidigungsministerin" Ursula von der Leyen wird nicht müde, dieses Narrativ in den Mainstream-Medien zu verbreiten, obwohl klar ist, dass der Angriff gegen das Völkerrecht verstösst, da er eines UNO-Mandats bedurft hätte, welches nicht vorhanden war.



Die "Verteidigungsministerin" begründete den Schritt damit, dass die UNO blockiert sei und es somit zu begrüßen wäre, dass die USA, Großbritannien und Frankreich die Initiative ergriffen haben und macht sich damit mit dem Völkerrechtsbruch der am Angriff Beteiligten gemein. Im UN-Sicherheitsrat konnte über die Frage des Aufklärungsvorgangs keine Einigung erzielt werden, da die USA und Großbritannien darauf bestanden ein eigenes Experten-Team zu entsenden, dessen Unabhängigkeit freilich in Zweifel gezogen werden darf. Russland hat diesen Vorschlag natürlich abgelehnt. Dies ist der Umstand den unsere "Verteidigungsministerin" als Blockade bezeichnet.



Es wurde auf Initiative einer Anzahl von nicht-permanenten Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat ein Beschluss auf den Weg gebracht, der vorsieht, ein Team der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen OPCW nach Douma zu schicken, um den Fall des angeblichen Giftgasangriffs zu untersuchen. Darüber informierte die OPCW am 10.4.2018 auf ihrer Webseite (OPCW).

Trump gab am 14.4.2018 bekannt, dass Militärschläge auf syrische Ziele durchgeführt werden und am 15.4.2018 gegen 4:00 morgens flogen die Raketen und zwar etwas mehr als 100 Stück, wovon lt. syrischen Militärangaben ca. 70% abgefangen wurden. Berichten zufolge lagen die anvisierten Ziele in der Umgebung von Damaskus.



Später teilte die US-Militärführung mit, dass neben anderen strategischen Zielen eine Forschungseinrichtung in Damaskus zerstört worden sei, was durch den in Syrien lebenden Deutschen Marco Glowatzki bestätigt wurde.



Der klare Völkerrechtsbruch seitens der USA, Grossbritanniens und Frankreichs und die masslose Arroganz, die dem Nichtabwarten des OPCW-Untersuchungsergebnisses inneliegt, veranlasste einige mutige Menschen vor der US-Botschaft in Berlin am Brandenburger Tor eine spontane Antikriegsdemo abzuhalten. Die Musikerin Paula P'Cay war dabei und hat einen Facebook Live-Stream aufgezeichnet.



Der Autor war etwas später auch vor Ort und hat ein Video der Resteindrücke zusammengestellt.




Dr. Ruth Pfau, German-Pakistani nun, born 9 Sep 1929, died 10 Aug 2017, helped to eliminate leprosis in Pakistan



Abschliessend lässt sich sagen, dass die Zahl derer, die bereit sind, sich für den Frieden einzusetzen noch viel zu wenig sind, angesichts der bedrohlichen Lage. Die Ernsthaftigkeit der Situation ist kaum bis unter die Oberfläche des öffentlichen Bewusstseins eingedrungen und viele Sofa-Aktivisten wähnen sich lieber in der Sicherheit und der Anonymität der Filterblasen ihrer Sozialen Netzwerke, anstatt sich bekennenderweise für die Erhaltung des Friedens einzusetzen und sich dafür auch mit politischen Gegnern auseinanderzusetzen. Das wird sich wahrscheinlich erst dann ändern, wenn die Menschen in ernster Weise selbst von den Folgen der Kriegstreiberei betroffen sind, aber dann ist es meistens bereits zu spät.

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