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Beschleunigter Zerfall des transatlantischen Finanzsystems - Syntagma 2.0

von Thomas Trautzsch
2016-05-09
Source: Facebook protothemagr

Während sich die Vertreter der deutschen und europäischen etablierten Politik sehr darum bemühen, die Gefahr der Lage in unserem hoffnungslos verschuldetem Finanzsystem systematisch herunterzuspielen und die linken Kräfte in Europa sich irrigerweise auf ein verfehltes Konzept des Keynesianismus einlassen, von dem Keynes selber im Vorwort der deutschen Erstausgabe seines Werkes "The General Theory of Employment, Interest and Money" von 1936 sagte, es sei auf die Bedingungen totalitärer Staaten zugeschnitten, leidet die Bevölkerung in Griechenland nach wie vor unter den Folgen einer absolut unmoralischen Bankenrettungspolitik. Wem spätestens jetzt immer noch nicht klar ist, dass nicht die Menschen einer Gesellschaft, sondern private Bankeninstitutionen im westlichen Speckgürtel Europas gerettet wurden, dem sei dringend nahegelegt die rosa Brille abzunehmen und genau hinzuschauen, was sich heute wieder auf dem Syntagma Square in Athen abspielt. Menschen leiden Not und dezimierte Lebensbedingungen, weil west-europäische Banken gerettet werden mussten und die linken Kräfte in Europa nicht in der Lage waren, dem Willen des Volkes gegen den Papiertiger des Finanzlobbyismus Geltung zu verleihen.



Diese Ausschreitungen als eine Folge untragbar gewordener Lebensumstände im Süden Europas gehen ganz klar auf das Konto der Regierung Merkel und insbesondere ihrem Finanzminister Schäuble. Diese versäumten es, in Kooperation mit der griechischen Regierung und dessen Bevölkerung das Problem der faulen illegitimen Schulden nachhaltig durch einen Hair-Cut und eine Neubeurteilung physisch-ökonomisch relevanter Schulden durch neue Glass-Steagall-Richtlinien zu beseitigen. Die Schulden privater Banken wurden sozialisiert, in Griechenland wurde Austerität eingeführt, obwohl jedem kühl rechnenden Ökonomen schon damals hätte klar sein müssen, dass die Schulden auf diesem Wege niemals selbst über viele Generationen hinweg abbaubar sind, zumal die angewandten Austeritätsmaßnahmen zu einer vorhersehbaren Dezimierung der noch vorhandenen produktiven industriellen Kapazitäten geführt haben. Selbst IMF-Chefin Lagarde musste zugeben, dass die Lasten, die man Griechenland zumutet nicht tragbar sind. Aber Lagarde hat auch damals mit gespaltener Zunge gesprochen. Dass sie diese Aussage tätigt heisst noch lange nicht, dass sie auch dementsprechend ihr Handeln moralisch danach ausrichtet.




Die Linken in Deutschland fordern einen Roosevelt'schen New Deal, aber wenn man den Äußerungen der linken Parteiführung zuhört, bemerkt man sehr schnell, dass sie keinen Schimmer davon haben, was dieser New Deal eigentlich bedeutet und wie er zustande kam. Man braucht nur Katja Kipping, eine Partei-Chefin der Linken zuzuhören, um das zu realisieren:



Es scheint, die Linken glauben, der Bretton Woods New Deal hätte etwas mit dem irrigerweise gepriesenem Keynesianismus zu tun. Dies ist aber weit gefehlt. Selbst Yanis Varoufakis macht den Fehler zu glauben, Keynes wäre die Antwort auf die derzeitigen Probleme. Keynes würde nicht das dringend zu lösende globale Schuldenproblem beseitigen und lediglich eine neue Ära umformierter oligarchischer Herrschaftsstrukturen auf einem neuen Niveau einläuten, die weiterhin auf totalitären Prinzipien beruhen, wie er dies bereits 1936 in seiner deutschen Erstausgabe der "General Theory" verlauten ließ.



Für eine nachhaltige Lösung der globalen Finanzkrise bedarf es des originalen Roosevelt'schen New Deals, der neben der rigorosen Trennung von Investment-Spekulation von der Realwirtschaft durch das Glass-Steagall-Gesetz und durch die periodische Fixierung der internationalen Währungen im Rahmen des Bretton Woods Abkommens auch eine physisch-ökonomische Komponente des gesellschaftlichen und kulturellen Wiederaufbaus durch massive Infrastrukturinvestitionsprogramme, wie z.B. die Tennessee-Valley-Authority, beinhaltete, welche die Menschen wieder in Arbeit brachte und sie anhand einer klaren fortschrittsorientierten menschlichen Zukunftsvision wieder moralisierte. Ohne diese Infrastrukturinvestmentprogramme funktioniert der New Deal nicht, ebenso wenig, wie er ohne das Glass-Steagall-Gesetz und ein neues Bretton Woods Abkommen nicht funktionieren würde, da die noch existierenden, im physisch-ökonomischen Sinne illegitimen Spekulationsschulden, nicht abgeschafft werden würden, und damit der Raum für kreditschöpfungsbasierende Großinvestitionen nicht zulassen würden.

Die Linken wollen diese notwendigen Infrastrukturinvestitionen mit neuen Steuern und einer Umverteilung von Vermögen finanzieren. Das wird aber nicht reichen und geht auch völlig am eigentlichen Problem vorbei. Die Linken unterschätzen meiner Meinung nach massiv das Ausmaß der existierenden globalen Schuldenblase. Wenn diese Blase völlig fiktiver Werte abgeschrieben wird, dann wird es weitestgehend keinen Unterschied zwischen arm und reich mehr geben. In solch einem Zustand, wie er in den 1933er Jahren bereits existierte, wird es durch Steuern und Umverteilung nicht möglich sein, die notwendigen infrastrukturellen Großprojekte zu finanzieren. Dazu bedarf einer staatlichen Produktiven Kreditschöpfung.




Die globale Schuldenverteilung - Courtesy LarouchePAC.com"



Im Übrigen wäre es ein Irrglaube anzunehmen, der durch die Roosevelt-Administration initiierte staatlich organisierte Wirtschaftsaufschwung in den USA 1933 sei ausschließlich aufgrund des absehbaren aufkommenden 2. Weltkrieges gegen Hitlerdeutschland zustande gekommen. Man darf nicht vergessen, dass sich die USA mehr als ein Jahrzehnt in einer Großen Depression befanden und Roosevelt von der US-amerikanischen Bevölkerung gewählt wurde, um sie da herauszuholen. Die allgemeine amerikanische Bevölkerung ahnte damals noch nichts vom bevorstehenden Krieg und verschiedene dokumentierte, von der Wall-Street organisierte Mord-, Sturz und Putschversuche, um die Roosevelt-Administration in die Knie zu zwingen, bezeugen, dass Roosevelt nicht auf Gutheißen einer alles beherrschenden Elite regierte, sondern genau gegen diese.

Die Linke in Deutschland hat ein Problem intellektueller Schwäche, dass sich dahingehend äußert, dass sie die anzustrebenden humanistischen Ziele der Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen mit Mitteln zu erreichen versuchen, die sich gegen allgemeine universelle physische Prinzipien richten. Umverteilung in einer wachsenden Gesellschaft ist nur möglich, wenn dass, was es zu verteilen gilt, mit wächst, und zwar ausschließlich im physisch-ökonomischen Sinne nicht im finanziellen Sinne. Physisch-ökonomische Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass man einfach einen Batzen Geld darauf wirft, und hofft, dass es sich dann von allein löst, sondern es bedarf auch der Existenz der kreativen und produktiven menschlichen, sowie materiellen Kapazitäten , die geschaffen, gefördert und erhalten werden müssen. Es bedarf ganz konkreter Projekte, die eine Gesellschaft in die Lage versetzen, ihren Menschen eine handfeste Zukunftsvision zu vermitteln, die ihnen die Aussicht darauf gibt, dass die nachfolgende Generation einmal bessere stabilere Bedingungen vorfinden, als wir das heute tun. Dieses Konzept wird von der Linken-Chefin Kipping in ihrem neuen Buch "Wer flüchtet schon freiwillig" komischerweise scharf angegriffen, indem sie mittels eines Zitats jene Menschen, die diesem Grundsatz zu folgen versuchen, als Spießer bezeichnet. Wenn ich also das Interesse verfolge, dass meine Kinder (im Bild unten) und die Kinder aller Familien als Nachfolgende Generation bessere Verhältnisse vorfinden, als heute, dann bin ich laut Kipping ein Spießer.




Meine Familie - 2.5 Generationen"



An dieser Haltung ist etwas ganz grundsätzliches nicht in Ordnung und es sind genau diese Dinge, also die Missachtung ganz grundlegender Prinzipien, welche die Linke in eine Position zurückwerfen, von der man sich eigentlich wünscht, dass sie sich dort nicht befinden würde, denn ich glaube anhand der obenstehenden Berichte z.B. vom Syntagma-Square nicht, dass die Menschen dort aus purem Selbstzweck auf die Straße gehen.

Es grüßt Euer
Thomas Trautzsch

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