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Wider dem Vergessen - Gemeinsame Entwicklung ist der beste Antifaschismus

von Thomas Trautzsch
2016-04-10
only together things can be made work out

In einer Zeit, in der die Zeichen einmal mehr auf radikale gesellschaftliche Umwälzungen hinweisen, weil die Politik sich mehr um das Eigeninteresse ihrer Popularität bemüht, anstatt ihre Arbeit an den einfachsten naturrechtlichen Grundlagen auszurichten, Opportunismus betreibt und somit den Spielraum für radikalpatriotische und nationalistische Kräfte in der Gesellschaft immer größer werden lässt (http://www.focus.de/politik/deutschland/hogesa-demo-hooligans-in-magdeburg_id_5423610.html), ist es wichtig daran zu erinnern, dass genau diese Art der Ereignisse und Prozesse schon einmal in dieser Form stattgefunden haben und letztlich in die größte Tragödie der neuzeitlichen Geschichte mündeten, den 1. und den 2. Weltkrieg.

Die Zeichen der Zeit

Wir befinden uns bereits in dieser Art gesellschaftlichem Strudel, der immer mehr, Schritt für Schritt, die großen, am meisten benachteiligten Teile der Gesellschaft radikalisiert, weil diese kein Gehör finden und die Politik grundlegen versagt, sich derer sozialen Probleme anzunehmen. Mangelnde gesellschaftspolitische Reformen und tonnenweise aufgeschobene und ungelöste Probleme insbesondere in unserem bankrotten Finanzsystem, die zu einer immer größeren Verdichtung gesellschaftlichen Explosivmaterials in Form von jahrelanger ertragener nicht adressierter sozialer Ungerechtigkeit und einer gleichzeitig einhergehenden beispiellosen kulturellen Degeneration führen, waren bereits im Vorfeld des 2. Weltkrieges in Deutschland die Bausteine für die von vielen nicht verstandene plötzliche politische, ja nahezu barbarische Radikalisierung der deutschen Bevölkerung, die es in einem bis dahin beispiellosen Akt der gesellschaftlichen Massenmanipulation erlaubte, dass sich der Faschismus in Form eines breit unterstützten Nationalsozialismus bahn brechen konnte. Die heutigen Prozesse unterscheiden sich von den damaligen nur in den Mitteln der Agitation, der breiteren Verfügbarkeit von Medien, die damals wie heute ihren Teil zu dieser Manipulation beitragen, sowie der Facetten der politischen Elemente, die in diesem Prozess instrumentalisiert werden. Die Mittel waren damals wie heute die ideologische Unterwerfung des gesellschaftlichen Bewusstseins, das Leugnen von menschlich-kreativen Alternativen und die bewusste Unterdrückung der gesellschaftlichen Wahrnehmung für diejenigen Menschen, die sich dieser Entwicklung von Anfang an mutig entgegengestellt haben, mit Lösungen, die sich abseits der ideologischen Domäne befinden.

Ideologien sind stets Waffen der "Teile und Herrsche" Doktrin

Der Antifaschismus in Deutschland wurde zu Zeiten der DDR und zu großen Teilen auch heute noch maßgeblich mit dem Kommunismus gleichgesetzt. Dabei gab es jedoch ein breites Spektrum an gesellschaftlich unterschiedlich orientierten Gruppierungen, die den Nationalsozialismus bereits im frühen Stadium als Faschismus erkannten und sich ihm bereits in Zeiten seiner Entstehung entgegenstellten. Ein aufrechter Teil der Christen sowie ein nicht-opportunistischer Teil der Sozialdemokraten verschrieben sich gleichfalls dem Kampf gegen den Faschismus. Der Kommunismus bildete dabei historisch bedingt den größten Block und war aber selbst Teil dieser geplanten ideologisch-militaristisch geführten Auseinandersetzung, die über Deutschland gebracht wurde. Das rührte daher, dass Europa bereits nach dem 1. Weltkrieg und im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges Austragungsort einer geostrategischen Konfrontation zwischen der aus dem 1. Weltkrieg hervorgegangenen Sowjetunion und den transatlantischen, zumeist anglo-amerikanischen Kapitalinteressen war. Diese geostrategische Bi-Polarität wurde bereits gegen Ende des 1. Weltkrieges mit der Entstehung der Sowjetunion infolge der Oktoberrevolution 1917, die aktiv von der britischen Hochfinanzoligarchie unterstützt wurde, in das Dasein gerufen. Eine objektive Behandlung der Geschichte des revolutionären Waffenhändlers Alexander Helphand Parvus geben Aufschluss über jene Verbindungen in Europa, die mittels der wirtschaftlichen Isolation Russlands, der daraus resultierenden Armut und finanzieller Unterstützung die Oktoberrevolution möglich gemacht hatten. Ebenso ist die Tatsache, dass der Marxismus als politisch-ökonomische Ideologie, ganz genau, wie der Kapitalismus des Adam Smith, seine Anfänge der akademischen Verbreitung im britischen Haileybury College fand, das eine Bildungsstätte der British-East-India Company gewesen ist, ein weiteres Indiz dafür, dass die Entstehung und Ausbreitung des Kommunismus seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine von Anfang an britisch kontrollierte Operation gewesen ist, mit dem Ziel die ideologischen Gräben zwischen dem Transatlantik und Eurasien zu vertiefen und auszuweiten und um somit eine zeitlich erweiterte geo-politische Dominanz des britischen Empires und seines Commonwealth's sicherzustellen.

Das Ziel dieser durch die britische Oligarchie bewusst herbeigeführten neuen bi-polaren ideologischen Welteinteilung war zum einen der Ausschluss der Möglichkeit, dass die beiden größten Nationen der Erde, Russland bzw. damals die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten von Amerika eine gemeinsame kooperative Entwicklungsperspektive gegen die vorherrschende Armut und Not in großen Teilen der Welt überhaupt erdenken, geschweige denn umsetzen konnten, sowie die unbedingte Verhinderung einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen deutschem Ingenieurwesen, russischer Bodenschätze und Improvisationsfähigkeit und amerikanischem Pioniergeist. Die Verhinderung einer Eurasischen Integration um jeden Preis bildet heute noch die geostrategische Grundlage der amerikanischen Außenpolitik, die von Oligarchen und neokonservativem Gedankengut dominiert wird, das in jeglicher kooperativer eurasischer Entwicklung sofort eine Bedrohung seiner Hegemonialinteressen sieht.

Die Frage, um die es in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg prinzipiell ging, war im Übrigen genau wie heute, die Eurasische Integration, sprich die Frage, ob insbesondere Deutschland in seiner politischen, sowie wirtschaftlichen Ausrichtung näher mit der Sowjetunion und dem asiatischen Raum kooperieren, oder ob es transatlantisch dominiert sein sollte. Dieser Kampf um die deutsche Ausrichtung wurde ausnahmslos und aus heutigem Blickwinkel muss man sagen, leider Gottes, rein ideologisch geführt und verhinderte komplett den einzig richtigen Ansatz, dass die beiden größten Nationen der Welt nur gemeinsam die in der Welt vorherrschende Not nachhaltig beseitigen können. Die bewusst durch die Oligarchie ihrer Zeit geschaffenen tiefen ideologischen Gräben zwischen den USA und dem russischen Volk verhinderten jeden Gedanken an eine wirtschaftliche und strategische Kooperation, die in jedem Fall das Ende des britischen Imperiums bedeutet hätten und heute noch bedeuten. In diesem Sinne ist eine Diskussion um eine alleinige "Eurasische Integration" ebenso polaritätsbehaftet, wie das Streben nach transatlantischer Dominanz über Europa.

Wenn wir also heute aus der vergangenen Geschichte etwas lernen wollen, dann muss die Frage eher lauten, wie man eine ideologiefreie transatlantisch-eurasische Kooperation bewerkstelligen kann, anstatt dem stattfindenden Kampf transatlantischer und eurasischer Interessen um politische, sowie wirtschaftliche Dominanz tatenlos zuzuschauen. Das Konzept der alleinigen ideologischen Dominanz steht jeder positiven Entwicklung in der Weltgeschichte im Weg und die Geschichte, insbesondere die Deutschlands und auch die der Sowjetunion sind der beste Beweis dafür. Ideologien müssen in die Zweitrangigkeit verbannt werden und Platz machen für die wirklich wichtigen Dinge, welche die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ausmachen, wie die gemeinsame Kooperation von souveränen Nationen zur beiderseitigen wirtschaftlichen Entwicklung auf der Basis von Projekten, welche die Produktivität und die Kreativität der beteiligten Nationen befördern und damit ihren Bevölkerung eine Perspektive für die Zukunft geben.

Die Sowjetunion wollte Deutschland vor dem 2. Weltkrieg in ihre Einflusssphäre integrieren und tat dies ihrer Logik entsprechend mit der ideologischen und logistischen Unterstützung der Kommunistischen Parteien in Deutschland und in Europa, während die transatlantischen Kapitalinteressen ihre Macht und Einfluss benutzten, um die Nationalsozialisten an die Macht zu bringen. Diese bi-polarisierte politische Spaltung konnte Deutschland auf die Dauer nur zerreißen, was genau in der Absicht der britischen Autoren dieser Strategie lag und womit sie auch erfolgreich gewesen sind. Wer das für eine Verschwörungstheorie hält, dem sei empfohlen, sich eingehender mit den geschichtlichen Daten der Figuren Prescott Bush, Montague Norman, Hjalmar Schacht und den Firmen UBS, Brown Brothers & Harriman und anderen anglo-amerikanischen Großbanken ihrer Zeit zu beschäftigen.

Nachdem Hitler unter Anleitung des quasi-britischen Agenten Rudolf Hess "Mein Kampf" verfasst und veröffentlicht hatte, sahen die anglo-amerikanischen Oligarchen in ihm und seiner damals in der Bedeutungslosigkeit befindlichen NSDAP die perfekten Werkzeuge, um ihr Ziel zu erreichen, der so genannten und eigentlich selbst erschaffenen "kommunistischen Bedrohung" etwas entgegenzusetzen und mit Hitler eine geostrategische Marionette in der Hand zu halten, die man gegen die Sowjetunion um der Zerstörung beider Kontrahenten Willen in das Feld führen konnte. Hitler und seine NSDAP wurden in relativ kurzer Zeit nach dem Erscheinen von "Mein Kampf" von amerikanisch-, sowie britisch-oligarchischen Interessen massiv gefördert und vor dem schon sicher scheinenden politischen Untergang bewahrt und dann letztendlich an die Macht gehebelt. Dies drängte die KPD, die kurz nach der Machtübernahme durch die Nazis verboten wurde, in die Defensive und auch in die Rolle der führenden antifaschistischen Kraft. Dass das Königreich Großbritannien davon in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, haben diese britischen "Genies" entweder nicht vorhergesehen, oder sie haben es bewusst in Kauf genommen.

Die beiden politischen Hauptlager, also das der Kommunisten und der Nationalsozialisten wurden binnen kürzester Zeit durch die Folgen der Krisen und Armut in der Zeit vor und während der Weimarer Republik und die voll ausgebrochene ideologische Informationskriegführung radikalisiert und militarisiert, was sicher als ein Prozess des gegenseitigen Aufschaukelns betrachtet werden kann, bei dem nicht klar ist, welche Seite damit angefangen hat. Dabei unterschieden sich Kommunisten und Nazis kaum. Es gab paramilitärische Einheiten der Kommunisten in Form des Rot-Front-Kämpferbundes, sowie die sich formierenden SS and SA Schlägereinheiten der Nationalsozialisten, die später wesentlich sein sollten, für die ideologische Unterdrückung und Vereinnahmung der deutschen Bevölkerung durch gewaltsame Einschüchterung.




paramilitärisch organisierte Nazis halten eine Fahne des Hamburger Rot-Front-Kämpferbundes als Trophäe






Mitglieder des kommunistischen Rot-Front-Kämpferbundes



Die mit diesem ideologischen Kampf einhergehende Paramilitarisierung von Teilen der Bevölkerung unter dem Kommando der damals beiden größten Parteien in Deutschland bringt ganz deutlich zum Ausdruck, dass Wahlergebnisse in dieser Zeit begannen, eher zweitrangig zu werden. Beide Seiten wappneten sich für den Putsch, bzw. die Revolution und man darf sich die Frage stellen, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn nicht die anglo-britischen Oligarchen, sondern deren unfreiwilliger Vertreter Stalin auf russischer Seite seinen Willen durchgesetzt hätte. Krieg hätte es in jedem Fall gegeben, weil die Ursachen der ideologischen Zweiteilung weiter fortbestanden hätten und weil das fehlende Verständnis der Bevölkerung darüber, das diese Ideologien lediglich Mittel zum Zweck zur Durchsetzung geopolitischer Interessen in Form einer globalen Polarisierung sind, nicht beseitigt worden wäre. Der Versailler Vertrag nach dem 1. Weltkrieg legte in seiner Form bereits den Grundstein für den 2. Weltkrieg, weil anstelle einer gemeinsamen weltweiten Entwicklungsstrategie die wirtschaftliche Isolation Deutschlands als vermeintlich einziger Schuldiger des 1. Weltkrieges im Vordergrund stand, bereits mit dem Ziel im Auge, wieder jene Bedingungen zu schaffen, die es erlauben würden, die wirtschaftlichen und sozialen Missstände, die einer Radikalisierung der Bevölkerung zuträglich sind, auf Wunsch herbeizuführen und in die gewollte Richtung zu lenken. Menschen, die ihre Fähigkeiten in unermüdlicher Arbeit darauf verwendeten, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wie z.B. Walther Rathenau, der als deutscher Außenminister wesentlich war für das Zustandekommen des Rapallo-Vertrages, mit dem versucht wurde Deutschland, sowie Russland aus der wirtschaftlichen Isolation zu befreien, wurden schlichtweg ermordet. Auch Kommunisten des gemäßigten Flügels, welche, was viele nicht wissen, die Marx'sche politische Ökonomie des "Kapitals" scharf kritisierten und sich vollends im Klaren waren, was die Rolle des Kapitals in dieser Auseinandersetzung wirklich war, wie Rosa Luxemburg, wurden ebenfalls ermordet. Beiden hier erwähnten Menschen ist in diesem Falle gemein, dass sie sich im Prinzip völlig richtigerweise für eine Eurasische Integration eingesetzt haben, die von der britischen Oligarchie gefürchtet ist, wie die Pest. Rathenau versuchte mit Russland einen Partner zu finden, um die von den westlichen Mächten erzwungene wirtschaftliche Isolation zu durchbrechen, während Rosa Luxemburg mit ihrer Dissertation über die industrielle Entwicklung Polens und ihrem Werk "Die Akkumulation des Kapitals" ebenfalls eindeutig Zeugnis darüber ablegte, dass sie die Natur des Kapitals besser verstand als Marx und im Gegensatz zu Marx, Technologie-Entwicklung als Folge der Domäne menschlicher Kreativität nicht aus ihrem Konzept ausschloss.




Rosa Luxemburgs Dissertation "Die industrielle Entwicklung Polens."



Der Hamburger Aufstand der deutschen Kommunisten 1923 als Probelauf der Revolution in Deutschland

Eine Gruppe von Kommunisten in Deutschland, manche mögen sie heute als radikal bezeichnen, organisierten 1923 in einigen Vororten Hamburgs einen Aufstand, von dem sie sich erhofften, dass er schnell ganz Deutschland erfassen und die deutsche Version der russischen Oktoberrevolution auslösen würde.




Aufruf zum Hamburger Aufstand



Der Großvater des Autors dieses Artikels hat als junger überzeugter Kommunist an diesem Aufstand teilgenommen und es wird eine Aufgabe sein, seine Angaben zum Hamburger Aufstand genauer zu analysieren. Fest steht, dass er der Überzeugung war, dass der Aufstand hätte erfolgreich sein können, wenn er eine bessere Unterstützung der damaligen KPD-Parteiführung gehabt hätte. Dieser Teil der großväterlichen Geschichte einschließlich der Klärung dieser Frage, befindet sich gerade in den Anfängen einer persönlichen Aufarbeitung, die zum einen die damals vorherrschende soziale Verzweiflung vieler Menschen in Deutschland an das Tageslicht bringt, welche zweifellos einen Katalysator für die ideologische Radikalisierung dargestellt hat, andererseits aber auch, dass die Menschen, die sich unter dem Banner des Kommunismus in den Kampf gegen die soziale Ungerechtigkeit stürzten, keinen Zugang zu dem Wissen über den Blickwinkel vorherrschender geo-strategischer Machtinteressen hatten, für die sie letztendlich auf der Basis ihrer Überzeugungen Leib und Leben auf das Spiel setzten. Für sie erschien der kommunistische Klassenkampf zu dieser Zeit wahrscheinlich als einzig probates Mittel, um die Verbesserung der eigenen Lebensverhältnisse zu erreichen und das verschafft ihnen aus heutiger Sicht eine gewisse Legitimation. Der Kampf um das tägliche Überleben in der krisen- und hyperinflationsgeplagten Weimarer Republik erlaubte es der gesellschaftlichen Schicht der Arbeiterschaft in der Regel nicht, die globalen historischen Zusammenhänge aufzuarbeiten und zu durchleuchten und letztlich ihr Handeln danach auszurichten. Diejenigen, die es taten und die Zusammenhänge verstanden gerieten oft in das Kreuzfeuer einer alles beherrschenden Oligarchie und bezahlten dafür mit ihrem Leben. Zwei Beispiel dafür wurden oben genannt.

Nun stellt sich die Frage, was man aus dieser Geschichte lernen kann. Ist die Ideologie des Klassenkampfes, wie sie von Karl Marx prominent (mit Hilfe der britischen Fabian-Society) formuliert wurde, wirklich die Lösung, oder vielleicht doch ein Mittel zum Zweck zur ideologischen Spaltung der stets fortbestehenden unterschiedlichen Schichten in einer Gesellschaft und ganzer Nationen? Hat die Geschichte nicht gezeigt, dass das Streben nach ideologischer Dominanz eher kontraproduktiv ist und weitestgehend von selten wahrgenommenen Autoritäten dazu instrumentalisiert wurde, um die geopolitische Teile-und-Herrsche-Doktrin nach Belieben durchzusetzen, bzw. aufrecht zu erhalten?

Was muss man tun, um die soziale Ungerechtigkeit in ihren verschiedenen Ausprägungen, die den Grundstein einer jeden gesellschaftlichen Transformation auf der Basis radikaler Ideologien darstellt, zu beseitigen? Lässt sie sich überhaupt vollends beseitigen, oder verschieben sich im Laufe der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft lediglich die Grenzen der Perzeption darüber, was soziale Ungerechtigkeit ist, und was nicht? Ganz egal, was die Antwort auf diese Fragen sein mag, Tatsache ist, dass Menschen in einer Gesellschaft, die sich nicht mitgenommen fühlen und keine entwicklungsorientierte Perspektive ihres Staates oder ihrer Gesellschaft sehen eher zu radikalen Gedanken und Handlungen neigen, als jene, denen klar ist, dass es einen nationalen oder internationalen Entwicklungsvektor gibt der ihrer Folgegeneration ein besseres fortschrittlicheres Leben ermöglicht, als sie ihr eigenes empfinden. Sicher unterliegt dieser Prozess zahlreichen Manipulationen und menschlichen Unzulänglichkeiten. Der Prozess der Entwicklung selbst jedoch sollte ein stetiger dynamischer Prozess der Veränderung sein, den die Menschen wahrnehmen und aktiv mitgestalten können. Ist ihnen dieses Mitgestaltungsrecht verwehrt und sie sehen keine Möglichkeit die Richtungen der Entwicklungsvektoren zum Wohle ihrer Familien und Folgegenerationen zu verändern, dann öffnen sich Tür und Tor für Radikalisierungsprozesse, wie sie so oft in der menschlichen Geschichte zu Revolutionen geführt haben, deren Ausgang möglicherweise kurzfristig eine nominell wahrgenommene Verbesserung brachten, jedoch in den meisten Fällen nur noch extremere oder gleichsam schwierige gesellschaftliche Doktrinen, als sie vorher existierten, bis hin zu Katastrophen von gigantischem Ausmaß hervorbrachten, wie die der zahllosen Kriege, welche die Menschheit in ihrer kurzen Geschichte erlebt hat, zweifelsfrei belegen.

Man könnte meinen, wir leben heute in einer Demokratie und viele Leute sehen das sicher auch als gegeben an. Aber wenn wir genauer hinschauen, dann stellen wir fest, dass in dieser heutigen Demokratie stets derjenige bestimmt, der in der Lage ist, die größte Geldmacht hinter sich zu versammeln, was in der Regel zum Ergebnis hat, dass die damit einhergehenden Machtinteressen geneigt sind, ihr Tun allein auf die Macht-Erhaltung auszurichten. Die etablierte Politik ist den meisten Fällen heute nur noch eine Exekutiv-Fassade einer im Hintergrund agierenden Establishment-Oligarchie, die stets darum bemüht ist, ihre auf rein monetären Werten aufbauende systemische Machtbasis aufrecht zu erhalten und dabei versucht, der Bevölkerung einzureden, das der derzeitige Stillstand als Ergebnis einer Nullwachstumspolitik und ausufernder Spekulation etwas Gutes sei. Dass diese Nullwachstumspolitik und die Toleranz gegenüber der Finanzspekulation schlussendlich zum gesellschaftlichen Kollaps führen, der für die Mitglieder dieses Establishment-Clubs als vorhersehbar und kontrollierbar erscheint, wird gegenüber der Bevölkerung jedoch so lange wie möglich verschwiegen und versteckt, um säuberlich jene radikalen Elemente, ob nun rechts oder links des politischen Spektrums, vorzubereiten und an ihren Startplatz zu bringen, um die gewaltsame gesellschaftliche Transformation einzuleiten, an deren Ende wiederum die oligarchischen Elemente an der Spitze der gesellschaftlichen Pyramide stehen, die es auch vorher taten, vielleicht in einer anderen Ausprägung oder Kombination. Wer glaubt, man könnte diesen Teufelskreis durch lokalen bewaffneten Klassenkampf, wie er zu Zeiten des Hamburger Aufstandes stattfand, durchbrechen, der mag möglicherweise menschlich und moralisch hochwertige Ziele haben, aber der vergisst auch die geschichtliche Realität, dass es

A.) der menschlich tief innewohnenden moralischen Bereitschaft einer breiten Masse der Bevölkerung bedarf, dass es
B.) einer moralisch überlebensfähigen Führung bedarf, die anerkennt, dass nicht ideologische Ausrichtungen entscheidend sind für die Fortentwicklung der menschlichen Gesellschaft, sondern die Kenntnis, Anerkennung, sowie die Anwendung universaler physisch-ökonomischer Prinzipien, wie jenes der plateau-förmigen Erhöhung der Energieflussdichte der gesamten Produktionsprozesse der menschlichen Gesellschaft, und
C.) dass es eines grundlegenden Grades kulturellen Niveaus und Verständnisses in der Breite der Gesellschaft bedarf, um solch eine gesellschaftliche Transformation im Nachgang zu einem wirklichen Fortschritt gedeihen zu lassen, ohne dass Menschen dabei aufgrund radikaler Gewalt leiden müssen, sowie
D.) dass Ideologien, in all ihren Facetten, nach wie vor dafür benutzt und instrumentalisiert werden, um gesellschaftliche Prozesse zu Gunsten einer kleinen globalen, sehr einflussreichen Minderheit zu manipulieren und schlussendlich
E.) dass die Menschheit aufgrund der heute existierenden Atomwaffentechnologie dazu verdammt ist, eine solche gesellschaftliche Transformation international auf friedlicher Basis und als Revolution im Geiste zu erreichen.

Rosa Luxemburg hat es trotz all ihrer Studien zu diesem Thema in ihrer Zeit nicht geschafft, einen, wie sie selbst es nannte, Massenstreik in Gang zu setzen, der den formulierten Zielen der Revolution gerecht geworden wäre, weil zum einen die zunehmend ideologische Ausrichtung ihrer Partei ihr diesen Weg selbst verstellte und zum anderen, weil die finanziellen Mittel und die Bereitschaft der herrschenden Oligarchie zur Massenmanipulation und gewaltsamen Einschüchterung weitestgehend unterschätzt wurden. Wenn eine Persönlichkeit mit großen intellektuellen Kapazitäten, wie Rosa Luxemburg es war, mit ihren entwicklungsorientierten politischen Ansätzen nur in die Nähe der Popularitätsschwelle gelangt, dann war und ist gewiss, dass die herrschenden oligarchischen Kreise beginnen, mit ganz harten Bandagen zu kämpfen. Es ist nicht sicher, ob ihr selbst bzw. ihrer Partei dies rechtzeitig bewusst geworden ist. Es ist sicher nicht unberechtigt, anzunehmen, dass dies bei ihrem mysteriösen Tod im Januar 1919 eine tragende Rolle gespielt hat.

Unter diesem Aspekt ist es wichtig zu verstehen, dass eine gesellschaftliche Transformation, die wirklich zum Vorteil der gesamten Gesellschaft gereicht, heute nicht mehr durch die alleinige ideologische Repräsentanz einer einzigen Führungspersönlichkeit oder einer Partei zustande kommen kann, die zu jedem Zeitpunkt, unter Ausnutzung der Vormachtstellung der Kapitalinteressen nach Belieben, denunziert, diffamiert und beseitigt werden kann, sondern dass es in der Breite der Gesellschaft selbst viele solcher moralischen Führungspersönlichkeiten geben muss, die ihr Leben dem Ziel widmen, dass jeder einzelne Mensch die intellektuelle Klasse einer Rosa Luxemburg, eines Gottfried Wilhelm Leibniz, eines Johann Sebastian Bach, eines Mozart, eines Beethoven, eines Schiller, eines Goethe erreichen kann. Diese Führungspersönlichkeiten müssen keine in der politischen Öffentlichkeit stehenden prominenten Persönlichkeiten sein, sondern es sind jene, die ihr Handeln nach den Prinzipien der ästhetischen moralischen Erziehung des Menschen ausrichten, so dass diese in der Zukunft in der Lage seien, Ideologien von wirklichen universalen Prinzipien und deren Entdeckungsprozesse zu trennen, denn das ist die Grundlage dafür, dass in der Zukunft Massen nicht mehr willenlos in jede erdenkliche Richtung manipuliert werden können und gesellschaftliche transformatorische Prozesse im Einklang mit naturrechtlichen Prinzipien im vollen Bewusstsein der Massen stattfinden.

Nur unter diesem Aspekt wird es möglich sein, die nötigen physisch-ökonomischen Maßnahmen und gesellschaftlichen Transformationen einzuleiten, die große gemeinschaftliche und die Menschheit verbindende Projekte, wie die Neue Seidenstraße oder gar unter Einschluss des amerikanischen Kontinents, die Weltlandbrücke Wirklichkeit werden lassen. Der asiatische Kontinent, insbesondere China, ist dem europäischen in dieser Angelegenheit bereits weit voraus.

Das mag den meisten Lesern jetzt vielleicht wie eine gehörige Portion Idealismus erscheinen, aber hey, … wo wäre denn die Welt heute, wenn es zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte Idealisten gegeben hätte? ;)

Es grüßt

Euer
Thomas Trautzsch

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