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William Black: Selbst Spar- und Darlehenskrise bewies Glass-Steagall Notwendigkeit

von
2014-04-18

Dr. William Black (Quelle: www.wikipedia.org)
Dr. William Black (Quelle: www.wikipedia.org)
Der ehemalige US-Bankenregulierer Dr. William Black von der Universität von Missouri äußerte sich gestern in aller Härte in einer op-ED News Kolumne, "Die 11te Lektion, die wir von Keatings Betrügereien lernen sollten: Bringt Glass-Steagall zurück". Das Stück ist eine Polemik auf seine Kolumne in Real News Network vom 14. April 2014 mit dem Titel "10 Lektionen, die wir von Keatings Betrügereien lernen sollten." Der Anlass war der Tod von Charles Keating, der die notorische "Lincoln Savings & Loan" Gesellschaft führte, welche das schlimmste Disaster des Niedergangs des amerikanischen Spar- und Darlehensmarktes von 1980 darstellte. Dr. Black war der weitsichtigste Offizielle der damaligen Aufsichtsbehörde - Keatings Korruption im Senat blockierte erfolgreich Blacks Untersuchung der skandalösen Bankenpraktiken, die es daraufhin nicht bis in den Kongress schaffte - und dann der Resolution Trust Corporation, die vom Kongress in das Leben gerufen wurde, um die hunderten von gescheiterten Spar- und Darlehensinstitutionen (S&Ls)abzuwickeln.

Black beschreibt, wie die S&Ls nach einer hundertjährigen ehrbaren Geschichte durch die finazielle Deregulierung von 1980 in die Wertpapierspekulation abgedriftet sind und eigentlich die erste Klasse von Banken waren, die von der Glass-Steagall Richtlinien ausgenommen waren. Die größeren ungezügelten ADC Darlehen (Acquisition, development and construction [Acquise, Entwicklung und Aufbau (d.R)] waren eigentlich Wertpapierinvestitionen, die unter Glass Steagall nicht erlaubt waren. Diese Wertpapiere brachte die Institutionen zum Zusammenbruch.

Black schreibt:

"Die wichtigste Lektion die wir von Keating und der Lincoln Savings gelernt haben sollten: Einer der subtilen Aspekte des Spar- und Darlehensdebakels, der oft übersehen wird, ist, dass wir damals einen Test in der realen Welt über die Wichtigkeit der Provisionen des Bankengesetzes von 1933 ausführten, das auch als Glass-Steagall-Gesetz bekannt ist. Glass-Steagall verbot es, "kommerziellen" Banken, welche durch die FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation, Bundes-Einlagenversicherungsbehörde), die durch das selbe Gesetz 1933 erschaffen wurde, abgesichert waren, Aktienkapitalpositionen in nahezu allen finanziellen Anlageformen ("Investment Banking") zu besitzen. Mit sehr begrenzten Ausnahmen, durfte eine kommerzielle Bank keine Immobilien, keine Firmen und keine Firmenaktien besitzen ... Kommerzielle Banken erhielten eine föderale Subvention durch die Einlagenversicherung, so dass es für diese keinen Sinn machte, ihnen zu erlauben, gegen reguläre Geschäfte zu konkurrieren, welche diese Subvention nicht hatten. Es war ebenfalls gefährlich, den kommerziellen Banken viel risikoreichere Investitionen zu erlauben. Verluste sind weitaus niedriger bei umsichtig unterschriebenen Darlehen als bei Aktien-Investitionen."

Bemerkenswerterweise berichtet Black, dass "Alan Greenspan und George Benston's Studie (für JP Morgan) 33 S&L Institutionen anpriess, deren direkte Investitionen 10% der gesamten S&L Werte (dem "Schwellwert" für unsere Regel der Restriktion direkter Investitionen) überstiegen. Innerhalb von 2 Jahren scheiterten alle 33 dieser S&L Institutionen, die als S&L Modell dienen sollten. Sie repräsentierten in überwältigender Weise massiven Buchführungs- und Steuerungsbetrug."

Black fordert, wie bereits mehrfach vorher getan, die Wiederherstellung des Glass-Steagall-Gesetzes durch den Kongress.
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Thomas Trautzsch
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