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China-Taiwan Annäherung kann Russland nur nutzen

von Russia beyond Headlines
2015-11-11
Die Präsidenten Taiwans und Chinas beim Handschlag

riginalartikel zu lesen auf Russia beyond headlines

Aus dem Englischen übersetzt von Russia Insider

Der historische Handschlag zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou am 7. November, der über eine Minute andauerte, war eine bewusste Manifestation dessen, dass die zwei Teile dieser antiken Zivilisation miteinander verhandeln können, trotz all der ideologischen Unterschiede und Missstände der Vergangenheit.

Russland und andere Asia-pazifische Nationen betrachten die dramatische Annäherung bezüglich der Straße von Taiwan mit gemischten Gefühlen, die von Zustimmung über Befürchtungen bis hin zu Mißachtung und Alarmstimmung reichen.

Eines der größten Schismen der modernen Geschichte scheint reif zu sein für eine Heilung, obwohl man es damit nicht eilig hat, jedoch in einem Tempo, das typisch ist für China's schrittweisen Fortschritt in den letzten zwei Jahrzehnten.

Festland-China, wie es von den Inselbewohnern genannt wird, und Taiwan befanden sich im Streit, seit dem Ende des Bürgerkriege, als die Nationalisten unter Tschiang Kai-Tschek die Schlacht um die Oberhand an die Kommunisten unter Mao Ze-Dong verloren und gezwungen waren, nach Taiwan zu fliehen. Seitdem waren die Beziehungen zwischen den kulturellen chinesischen Entitäten durch Feindseligkeiten und Verdächtigungen gestört.

Die Führer der beiden Gegner im Kalten Krieg trafen sich zum ersten Mal seit 66 Jahren auf neutralem Boden im Stadtstaat Singapur. Die Worte des Vorsitzenden Xi - "Wir sind eine Familie" und "Keine Macht kann uns auseinandertreiben" - wurden als Signal dafür interpretiert, dass das lang ersehnte Ziel der Wiedervereinigung mit Taiwan aufgeschoben wurde.

Jedoch ist dies wirklich ein bedeutsamer Wendepunkt in der Turbulenten Historie der Beziehungen zwischen dem chinesischen Festland und der Insel, die von Peking so oft als "rebellische Provinz" bezeichnet wurde, die sich heimtückisch dem Anschluss an das Mutterland widersetzt? Alexander Lomanow, Chef des Forschungsinstituts für Fernöstliche Ökonomische Studien an der Russischen Akademie der Wissenschaften, gab seine Antwort für den Troika Report: Die Antwort von Präsident Ma, dass "Beide Seiten die Werte des anderen und deren Lebensweise respektieren sollten" wurde als eine Betonung der Unterschiede gedeutet, welche die Festlandchinesen und die Inselbewohner trennen, die viel zu lange schon unter verschiedenen Segeln und Flaggen dahinglitten.

"Es ist höchst bedeutsam, dass beide, Taiwan und China's Führer in der Lage sind, sich zusammenzusetzen und über zwischenmenschliche Kooperation zu unterhalten, um den Handel und Investitionen auszubauen. Das Problem erschien vor etwas 50-60 Jahren noch als Sackgasse, als der einzige Weg der Assimilation jener der Waffengewalt war, einer chinesischen Invasion der Insel. Jetzt ist das anders und beide Seiten sprechen über wirtschaftliche Kooperation und insbesonder über tausende taiwanische Studenten, die Unterstützung erhalten, um in Chinas Universitäten zu studieren. Im 21. Jahrhunderts, ist China, das zum wirtschaftlichen Giganten heranwuchs, in einer besseren Position um mit Taiwan zu verhandeln."

- 1997 wurde die Britische Kolonie Hong-Kong wieder Teil Chinas, was als Vorläufer für das Zusammen-Puzzlen der Regionen gesehen werden kann, die von Chinesen bewohnt werden. Vor kurzem erklärte der Vorsitzende Xi eine Art Groß-Chinesischen Traumkonzept, als eine Alternative zum amerikanischen Traum, mit dem wahrscheinlichen Ziel, die chinesische Diaspora anzulocken. Nun wurden wir Zeuge eines Meilensteintreffens des taiwanischen und chinesischen Staatsoberhauptes. Ist all dies ein Teil einer lang anhaltenden Entwicklung?

"Zunmächst einmal über das Hong-Kong Modell: Das Modell 'Ein Land, zwei Systeme' wurde in Hong-Kong und in Macau eingeführt. Im Fall Taiwans ist das nicht anwendbar. Der Grund ist einfach. Das Schicksal Hong-Kongs wurde nicht mit den Menschen die dort leben verhandelt, sondern mit den 'Kolonialherren', die in London residierten. Ähnlich wurde das Schicksal Macaus mit den ehemaligen Kolonialherren in Lisabon besprochen.

Taiwan ist keine Kolonie. Trotz betimmter Unzulänglichkleiten ist es eine Demokratie. Jegliche Verhandlungen über die Integration Taiwans würde viel mehr Zeit in Anspruch nehmen, als es im Fall Hong-Kongs und Macaus der Fall war und es bedarf viel mehr Flexibilität und Feingefühl."

In welchem Maße könnte dieser historische Handschlag die nationalen Interessen Russland beeinträchtigen?

"Für Russland, so glaube ich, ist dies eine sehr positive Entwicklung."

"Für Russland ist China keine Last, sondern ein Wertvolles Gut. In den 90er Jahren waren viele Kritiker gegen eine Freundschaft Russlands mit China wegen der drohenden Gefahr, über Taiwan in einen Konflikt mit den USA hineingezogen zu werden. Diese Warscheinlichkeit schwindet mit jedem Jahr mehr. Sie wurde nach diesem Treffen zwischen Ma und Xi signifikant verringert."

Ist das alles? Is das der einzige Vorteil, auf den Moskau bauen kann?

"Der Integrationsprozess der China und Taiwan umschließt, würde Russlands wirtschaftliche Reichweite in der Region vergrößern. Es wärenützlich für die Kooperation mit beiden, Festland-China und Taiwan."

Sei es drum, die Integration wird nicht über Nacht beginnen. Dennoch passt das chinesische Sprichwort gut: Ein langer Marsch beginnt mit dem ersten Schritt, und Herr Ma und Herr Xi haben diesen Schritt getan hin zu dem, was man als einen noch nicht enthüllten Versuch sehen kann, die Zukunft eines Größeren Chinas zu stärken. In einer Region, wo Symbole gut als Substanz dienen können, ist dies keine kleine Angelegenheit.

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