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Ein denkwürdiger Tag

von Thomas Trautzsch
2015-09-02
Rechtsnationalistische Gewalt vor der Rada

heute ist ein denkwürdiger Tag in vielerlei Hinsicht.

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich heute mit meiner Tochter die Kindernachrichtensendung Logo schaute, und wir dort zum allerersten Mal seit über einem Jahr des Bürgerkrieges in der Ukraine Zeuge einer Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen MainStream-Medien wurden, in der aus dem Donezkbecken im Zusammenhang mit dem heutigen Schulanfang dort über die Tatsache berichtet wurde, dass zivile Einrichtungen, wie z.B. Schulen bombardiert werden.



Zum allerersten Mal, haben wir das heute erlebt, nachdem selbst die OSZE fast ein Jahr lang in die andere Richtung schaute und verschwieg, dass es sich um eine bewusste Handlung der ukrainischen Armee handelt. Zwar wurde die Tatsache unterschlagen, dass es ausschließlich die Ukrainischen Armee ist, die bewusst zivile Einrichtungen im Donbass unter Artilleriebeschuss nimmt, und es wurde ebenfalls verschwiegen, dass sich auf Seiten der Ukrainischen Armee Batallione integriert sind, die bei uns in Deutschland ganz klar unter die Kategorie Neo-Nazis fallen würden, aber es sei der Logo-Redaktion nachgesehen, denn es handelt sich schließlich um eine Kindernachrichtensendung und die Vorgänge in der Ukraine sind schon für die meisten Erwachsenen schwer zu verstehen. Besonders traurig macht mich dabei, dass es ausgerechnet eine Kindernachrichtensendung ist, in der wenigstens einmal, wenn auch in vager Weise, über die Menschen im Donbass berichtet wird, die von der Regierung in Kiew als Terroristen angesehen werden.

Die Tatsache, dass ultra-nationalistische und faschistische Kräfte in die ukrainische Armee integriert sind und auch signifikante Positionen in der Regierung besetzen wird systematisch ausgeblendet. Wir hören hier in Deutschland nur von unserer heldenhaften Kanzlerin, die Minsk II ausgehandelt hat. Und auch dieser Beitrag bei der KiKa-Sendung Logo hat wahrscheinlich den unterschwelligen Zweck, die "Leistung" unserer Kanzlerin in ein gutes Licht zu rücken. Dabei war Minsk II weitestgehend ein vom russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgearbeitetes Konzept. Seit den Minsk II Verhandlungen ist nun fast ein halbes Jahr vergangen und die Regierung in Kiew hat während dieser Zeit unter der Anleitung von Beratern aus den USA eine Mobilisierung der Streitkräfte durchgeführt, die ca. 75000 bis 90000 Soldaten an den Grenzen zu den Volksrepubliken von Donezk und Lugansk versammelt. Dies geschah aufgrund des Vorwurfs, Russland würde sich nicht an das Minsk II Abkommen halten und seine Armee im Gebiet der Volksrepubliken operieren lassen. Dafür wurden stets nur unbewiesene Anschuldigungen und dubiose Beweise bemüht, die meist von Diplomaten in amerikanischen Diensten, wie dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine Geoffrey Pyatt über Twitter in das Netz gesetzt wurden. Schon der Ex-CIA Analyst Ray McGovern kritisierte in seiner Rolle als Geheimdienst Offizier schon im September 2014 die Oberflächlichkeit und Falschheit dieser Fotobeweise.



Am letzten Wochenende fanden in Berlin Verhandlungen zwichen Merkel, Hollande und Poroschenko statt, ohne die Teilnahme Putins und die Vertreter der neuen Volksrepubliken. Diese Verhandlungen wurden in unseren Medien als Erfolg verkauft und es wird im ALlgemeinen berichtet, dass die "neue" Waffenruhe halten würde. Am selben Tag wurde in Kiew über Reformanhänge zur Ukrainischen Verfassung abgestimmt, die laut den Abkommen von Minsk II eine Föderalisierung der Ukraine vorsieht und den neuen Volksrepubliken Donezk und Lugansk als Teil der Ukraine eine größere Autonomie gewährt. Gegen diese Reformabstimmung wurde am selben Tag von etwa 3000 Leuten vorwiegend aus der rechts-nationalistischen Organisation Pravy-Sektor und Swoboda gewaltsam demonstriert, wobei 122 Menschen verletzt wurden und 1 Polizist durch einen Granatsplitter ums Leben kam. In unseren Medien wurde lediglich von gewaltsam Protestierenden berichtet und die Dominanz dieser Demonstration durch rechts-nationalistische Kräfte, die in unserem Land als neo-nazistisch eingestuft werden würden, wurde komplett verschwiegen. Hier einige Bilder von der Demonstration, bei der die Rechtsnationalisten versuchten, die Rada, das ukrainische Parlament zu stürmen. (Mit Unterstützung von Fortruss)



Nun im Bezug auf die Berichterstattung aus der Ukraine haben unsere Medien jegliche Glaubwürdigkeit verspielt wesegen wir hier auf Ars-Inveniendi.com in Zukunft einen Video-Link einstellen, auf dem man den täglichen Status der Kriegsereignisse an den Grenzen der neuen Volksrepubliken verfolgen kann und bei dem man schnell feststellen kann, dass deutsche Medienberichterstattung und die Realität im Donbass sehr weit auseinanderklaffen.



Ich warte auf den Tag, an dem in unseren öffentlich-rechtlichen Medien, für die ein ganzes Volk Gebühren bezahlt endlich ihren Verpflichtungen einer objektiven und wahrheitsgetreunen Berichterstattung nachkommen, die nicht ausschließlich durch den Blick durch die transatlantische Brille getrübt ist. Wer solch einen Bericht sieht in ARD oder ZDF oder anderswo, der kann ihn mir gerne zukommen lassen

In diesem Sinne, ... immer schön wachsam bleiben.

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Thomas Trautzsch   
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