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USA - Russland Runde 3: Mazedonien

von Andrew Korybko
2015-05-17
Andrew Korybko - Experte russische internationale Be

Ein Artikel von Andrew Korybko erschienen bei Russia Insider

Die USA und Russland befinden sich derzeit in einem hitzigen Wettbewerb inmitten eines neuen Kalten Krieges, in dem sich die aktuellste Rivalität in Mazedonien in eine heisse Auseinandersezung auswachsen könnte. Sie haben es bereit in der Ukraine ausgefochten (und sie tun es immer noch), und ein gefährlicher Stillstand hat sich über Syrien gelegt, zumal der verdeckte Krieg der USA in diesem Land nun in das vierte Jahr geht.

Das kürzlichste Aufflammen der Auseinandersetzung zwischen den beiden Großmächten wird nun in Mazedonien aufgebaut, wobei die USA einer Vorlage folgen, die sie sich in den vorangegangenen 2 Fällen erarbeitet haben, um das Land in das bei der bevorstehenden 17. Mai Farb-Revolutions-Offensive in das Chaos zu schicken. Die Terroristen, welche letzte Woche in Kumanovo abgefangen wurden, sollten ihre Attacken mit den Farbrevolutionären während den Destabilisierungen am Sonntag koordinieren, was eine symbolische strategische Vereinigung zwischen der Farbrevolution und den unkonventionellen Kriegselementen aus de US-amerikanischen Regierungssturz-Werkzeugkasten bedeutet hätte.

Während alle Augen auf Mazedonien gerichtet sind, in Erwartung dessen, was dort diesen Sonntag passieren wird, ist es die Mühe wert, einmal auf die vorangegangenen 2 Runden dieser Konfrontation zu schauen, um zu verstehen, wie diese 3. Runde den nahtlosen Übergang in der Fortsetzung der Neuen Kalten-Kriegs-Rivalität darstellt.

Das selbe Szenarium, andere Staaten

Was gerade in Mazedonien passiert ist unbestreitbar die Fortsetzung der versuchten und getesteten amerikanischen Destabilisierungstaktik und sie folgt dem exakt gleichen Szenarium, das zuvor in Syrien und in der Ukraine stattfand.

Thema

Das inneliegende Thema, das Syrien, die Ukraine und nun auch Mazedonien verbindet, ist die Tatsache, dass dies Proxy-Kriege zwischen der USA und Russland sind, wobei Washington die destruktive offensive Rolle spielt, während Russland die stabilisierende Verteidigung aufrechterhält.

Um es zu erklären, ... die USA versuchen in diesen betroffenen Staaten Regime-Wechsel herbeizuführen, während Russland aktiv daran arbeitet, deren Regierungen zu stärken, damit sie diese Attacken überstehen. Russisch-Ukrainische und Russisch-Syrische strategische Zusammenarbeit während der Regime-Wechsel-Krise ist wohlbekannt, jedoch im Fall der Russisch-Mazedonischen Beziehungen sind die Verbindungen viel empfindlicher und lauern meist im Schatten. Infolge der "offiziellen" Politik Mazedoniens, der NATO und der EU beitreten zu wollen, können seine Regierung und die Geheimdienste nicht öffentlich mit der Kooperation mit ihrem russischen Gegenüber in Verbindung gebracht werden. Daher werden solche Beziehungen im Schatten gehalten.

Nun kann man daran zweifeln, dass solche Beziehungen existieren, und sich wundern, ob es nicht russische Geheimdienste waren, die halfen, den massiven Abhör-Coup-Versuch gegen die mazedonische Regierung aufzudecken, insbesondere da westliche Geheimdienste für diese Verschwörung verantwortlich sind. Zusätzlich spricht die Nominierung des mazedonischen Botschafters in Russland zum Alumni des Moskauer Staatsinstituts für Internationale Beziehungen Bände über Skopjes Absichten, seine Beziehungen mit Moskau zu vertiefen. Darüber hinaus unterstützte Russland Mazedonien, als der terroristische Testversuch n Gosince passierte und drückte später eine starke Verurteilung der Kumanova Terroristenangriffe und Zaev's Farbrevolutionsvorhaben aus.

Mazedonien war auch eines der wenigen Europäischen Länder, die ihren Präsidenten nach Moskau entsandten, um and den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Sieges über Nazideutschland teilzunehmen und keine Sanktionen gegen Russlad verhängte und während des Besuchs von Gjorge Ivanov in der russischen Hauptstadt, hatt dieser die Ehre den Patriarchen Kirill zu treffen, was typischerweise nur wichtigen russischen Partnern vorbehalten ist.

Zusammengenommen kann man sagen, dass Russland rapide einen Einfluss im mazedonischen Staat kultiviert hat, der Teil eines größeren Balkan-Strom Plans ist, und es sollte als gegeben angesehen werden, dass Geheimdienstzusammenarbeit und Untertützung gegen die Farbrevolutionen mit inbegriffen sind.

Das Muster

Die USA haben ein Muster bestimmter Vorlagen des Regime-Wechsels ausgelegt, das in Mazedonien sichtlich wahrnehmbar ist, nachdem es natürlich zuerst in Syrien und der Ukraine perfektioniert wurde. Wenn ein Land unter solch eine asymmetrische Attacke gerät, setzen die USA Farbrevolutionsversuche ein, um eine "sanfte" Destabilisierung zu bewirken (die, wie man bei den Syrien- und Euromaidan-Erfindungen sehen kann, in Wirklichkeit eine Menge Blutvergiessen beinhalten). Sollte diese Taktik, die demokratisch gewählte und legitimierte Regierung zu stürzen, fehlschlagen, dann beginnen sie, einen unkonventionellen Krieg (Terrorismus und Aufstand) anzustreben, um einen Druck aufzustauen, in der Hoffnung, dass dies ausreichen würde, um die Regierung zum Fall zu bringen. Das letztliche Szenarium in allen Fällen ist schließlich die Provokation eines konventionellen militärischen Eingriffs, sollten die ersten zwei Regime-Sturz-Versuche nicht erfolgreich sein, obwohl solche Gewalt heutzutage unter dem Mantel der "humanitären Intervention" oder der "Schutzverantwortung" und dem "Anti-Terrorismus" ausgeführt wird.

Die USA waren erfolgreich darin, die Regierung der Ukraine mittels einer Farbrevolution zu stürzen, jedoch hat dies in Syrien nicht geklappt, daher die Eskalation zum unkonventionellen Krieg. Das gleiche geschieht gerade in Mazedonien, selbst bis hin zu ISIS-trainierten Kämpfern. Die Farbrevolution verläuft im Kreise, ergo mutiert sie zu einem unknventionellen Krieg.

Die USA haben mit vollster Absicht eine der gefährlichsten Terrorgruppen im Balkan wiederbelebt, die Kosovarische Befreiungsarmee, um die ethnische Teilung zwischen Albanischen und Slawischen Mazedoniern zu entflammen, um diese für ihre Regime-Wechsel-Pläne zu instrumentalisieren. Nichtsdestotrotz nimmt man einen neuartigen Weg, um die Farbrevolution am Tropf zu halten und versucht, sie in einen unkonventionellen Krieg zu integrieren.

Die Strategie hierbei ist, einen zweigleisigen Druckmechanismus anzuwenden, der in einen "freundlichen Wettbewerb" miteinander resultieren kann, um zu sehen, wer die Regierung zuerst stürzen kann. Der einzige Grund, warum dieses Konzept überhaupt berücksichtigt wird und warum die Farbrevolution bis dato noch nicht ganz im Sande verlaufen ist, ist die Tatsache, dass sie Unterstützung von unzufriedenen Jugendgruppen erhält, die dahingehend manipuliert wurden, Anti-Regierungsprotesten beizutreten.

Mit der am Leben erhaltenen Farbrevolution durch eine Ansammlung Jugendlicher und deren massiv publizierten Tweets und Protesten, und dem vom Terrorismus abhängigen unkonventionellen Krieg, sind die sozialen Fundamente der Regimewechsel-Operation extrem schwach, jedoch haben sie das Potential einer massiven Expansion, wenn die Destabilisierungsversuche am 17. Mai mehr Erwachsene un Albaner ansammeln können, entweder durch Verlockung oder durch Provokation.

Punkteliste:

In Vorbereitung der nächsten Runde, lassen Sie uns eine Bestandsaufnahme dessen vornehmen, wo die beiden Gegner derzeit stehen:

2011-Heute: Syrien

Die USA begannen eine lokale Farbrevolution in Syrien, entlang den Linien der regionalen theaterweiten Revolution, die den Codenamen "Arabischer Frühling" trug. Nachdem diese resolut durch die patriotische Bevölkerung niedergeschlagen wurde, wurde sie auf Kommando in einen unkonventionellen Krieg umtransformiert, der direkt durch verräterischen türkischen, israelischen und jordanischen Nachbarn unterstützt wurde.

Im Moment befindet sich die Situation in einem Stillstand, da die USA und ihre Verbündeten noch mehr Terroristen, Kanonen und Geld in diese Konflikte hineinpumpen und Russland rüstet weiterhin seinen jahrzehntelangen syrischen Verbündeten aus, um dieser Aggression zu widerstehen.

2013-2014: Ukraine

wie in Syrien, begannen die USA eine Farbrevolution gegen die Regierung, und diese war viel erfolgreicher. Innerhalb von ein paar Monaten, stürzte diese die Regierung und kam in Kiew an die Macht, was einen symbolschen amerikanischen Sieg gegen russische Interessen repräsentiert.

Nichtsdestotrotz, werfen die folgliche Wiedervereinigung mit der Krim und der Bürgerkrieg über den Donbass Fragen auf, ob es nicht ein Phyrrus-Sieg für Washington war, und das finale Urteil darüber muss noch gesprochen werden.

Von Energiekriegen zu Heissen Kriegen

Alle drei geoplolitischen Konflikte in diesem neuen Kalten Krieg sind mit der US-Energiestrategie in Eurasien und Wshingtons Willen verbunden, Schlüsseltransit-Routen auf dem Superkontinent zu dominieren:

Syrien:

Präsident Bashar Assad stimmte zu, die "Freundschafts-Pipeline" mit dem Iran und dem Irak zu bauen, um Golf-Gas auf die EU-Märkte zu transportieren. Dies stieß mit den Plänen von Katar und Saudi-Arabien für eine rivalisierende Pipeline zusammen, die durch Jordanien und Syrien verlaufen sollte und die EU mit ihren nicht-iranischen Ressourcen unterstützen sollte. Nachdem Präsident Assad die Golf-Monarchien zugunsten seines iranischen Langzeitverbündeten zurückwies, wurde die Entscheidung getroffen, seine Regierung zu stürzen und die Farbrevolution und der damit in Verbindung stehende unkonventionelle Krieg wurden einige Jahre später lanciert, nachdem die notwendige Infrastruktur dafür geschaffen wurde.

Bis zum heutigen Tage wurde die Freunschafts-Pipeline nicht gebaut und die Unmenge an Herausforderungen, die dem physisch im Weg stehen könnten bedeuten, dass dies auch in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird. Diese Tatsache wiederum hält die EU innerhalb der unipolaren Sphäre des US-Einflusses, da Washington verhinderte, dass eine große multipolare Energiequelle direkt in den eigenen Proxy-Block exportiert. Der nächste Schritt war daher, den einzigen nicht-amerikanisch kontrollierten Versorger für Europa, Russland, zu neuralisieren, indem sie eine ihrer wichtigsten geostrategischen Routen übernahmen und diese unter US-Kontrolle stellten.
Eine Karte russischer Gasversorgungstrassen durch die Ukraine
Ukraine

In dieser Schlacht manövrierte die USA, um die Kontrolle über kritische Pipelines, die ukrainisches Territorium überqueren, zu übernehmen, wohlwissend, dass sie dies in die Lage versetzen würde, Einfluss auf die EU und Russland auszuüben, während Russland bezüglich seiner Versorgung von einem amerikanischen Proxi abhängig sein würde, während enorme Mengen von Russlands Budget-Umsatz, das durch diese Pipelines fließt sofort unter amerikanischen geopolitischen Einfluss fallen würde.

Während die USA erfolgreich die Kontrolle über das geostrategische Transitgebiet der Ukraine übernommen und South-Stream ruiniert haben, hat sie jedoch nicht antizipiren können, dass Russland diesen Zügen mit der Türkischen Balkan-stream Pipeline begegnen würde und in den Raum stellt, dass alle Ukrainisch-bestimmten Energieexporte bis 2019 eingestellt werden. In einem großangelegten Zug, drehte Russland die Erfolge der US-Geo-Energie Erfolge (jedoch nicht die militärischen) durch ihren Coup in Kiew in das Gegenteil.

Mazedonien

Als eine direkte Konsequenz der US-Krieges gegen die Ukraine und Russlands Türkei/Balkan-Strom Gegenmaßnahmen hat der Mazedonien -Krieg bereits begonnen. Die USA sind resolut in ihrem Bestreben, die Türkei/Balkan-Pipeline zu zerstören, da sie ihre bloße Existenz als Bedrohung für Amerikas strategische Kalkulationen und den Erfolg in der Ukraine betrachtet.

Darüber hinaus wollen die USA tun, was immer sie können, um zu verhindern, dass der russische Einfluss über die Pipeline-Pläne im Balkan Fuß fasst, weil sie fürchten, dass solche Entwicklungen einen "Multipolaren Coup" im strategisch anfälligen Hintertürgebiet der EU auslösen könnten. Geopolitik diktiert, dass Mazedonien das Nadelöhr für jeglich Nord-Süd-Integration über den Balkan ist und daher rührt der fieberhafte Wettbewerb zwischen der USA und Russland über seine Stabilität und strategische Ausrichtung.

Die Zukunft des Balkans verläuft sprichwörtlich durch Mazedonien und seine Ausrichtung entweder zur unipolaren oder zur multipolaren Welt wird über den gesamten Kontinent wiederhallen und direkt die Natur der US-EU und der EU-Russland Beziehungen beeinflussen.

Der ewig-währende Kampf

Alle Konflikte in Eurasien können im Prinzip auf Auseinandersetzungen zwischen den Exzeptionalisten und den Integrierern heruntergebrochen werden, wobei der überprüfte Zusammenhang die ersteren durch Groß-Albanien und letzteren durch die Balkan-Stream-Länder repräsentiert sieht.

Russland bereitet sich darauf vor, die Pipeline als Sprungbrett zur Intesivierung einer breitgefächerten Kooperation mit all diesem Ländern entlang der Route zu nutzen und damit wird klar, dass Balkan-Stream mehr ist, als nur ein Stück physischer Energie-Infrastruktur, sondern eine attraktive Alternative zur planlosen EU-Integration und ein Magnet für Multipolarität. Moskaus erfrischende Anerkennung der Souveränität und Unabhängigkeit seiner Partner unterscheidet es von washington und Brüssel, weshalb es eine große Unterstützung in der Region über so eine kurze Zeit aufbauen konnte.

Angesichts eines solchen aufstrebenden und wohlempfangenen Wettbewerbers, entschied sich die unipolare Welt seinen Rivalen zu sabotieren durch die letztliche Aktivierung der tickenden Zeitbombe Großalbanien, welche die Region in Chaos stürzen und die multipolare Integration über ihre Kontrolle hinaus unterbrechen könnte.

Diese Vorlage - ein multipolarer Anker der unabhängige Integrationsprojekte vorantreibt, die der existierenden unipolaren Ordnung entgegenlaufen - wird überall in Eurasien durch Russland, China und den Iran wiederholt: Moskau strebt den Balkan-Stream an und die Eurasische Union; Teheran versucht die Freundschafts-Pipeline zu bauen, möchte eine Pipeline nach Indien bauen und befindet sich im Prozess der Konstruktion einer chinesisch finanzierten Pipeline nach Pakistan; und China strebt den Wirtschaftsgürtel der Neuen Seidenstraße an, sowie die Maritime Seidenstraße.

Der kombinierte Pan-Europäische Umfang dieser drei multipolaren Anker und Integrationsprojekte bedeutet, dass es schwerlich einen Ort auf dem Superkontinent gibt, der nicht ein Schlachtfeld zwischen den Exzeptionalisten und den Integrierern darstellt. Als solches müssen diese 3 Zivilisationsstaaten, Russland, China und Iran, aufgrund ihrer konvergierenden Interessen ihre trilateralen Beziehungen absolut intensivieren und kooperativ zusammenarbeiten, um dem jeweils anderen zu helfen, ihre Pläne zu verwirklichen.

Ein einheitlicher breit gefächerter Rahmen der Unterstützung für jeden der Partner stellt die sicherste Methode dar, die gegenseitige Sicherheit zu garantieren und jeder konventionellen und asymmetrischen Destabilisation, die seitens der unipolaren Welt in Zorn über sie gebracht wird, zu begegnen.

Abschließende Gedanken

Die unipolare und die multipolare Welt treffen wieder einmal in Eurasien aufeinander, diesmal im kleinen Balkanland Mazedonien. Ein größerer Stellvertreterkrieg entwickelt sich zwischen den USA und Russland um dieses geostrategisch wichtige Land und er folgt exakt dem gleichen Muster der vorangegangenen Konflikte in Syrien und der Ukraine. Wie in diesen beiden vorangegangenen Fällen, will die USA einmal mehr die Kontrolle über Schlüsselenergie-Routen übernehmen und damit verhindern, dass sie ein Anker für eine multipolare Plattform werden und zu diesem Zweck werden die Techniken der Farbrevolution und unkonventioneller Kriegführung eingesetzt.

Russland auf der anderen Seite ist wieder in der Defensive und unterstützt einmal mehr indirekt einen belagerten Partner beim Überleben eines unipolaren Angriffs. Alles trifft am Sonntag dem 17.Mai aufeinander, wenn die Farbrevolutionäre und unkonventionellen Krieger ihren nächsten Regimewechselansturm geplant haben und es ist an den Mazedoniern und ihrer Regierung (mit russischen Geheimdienstinformationen und strategischer Führung) die Aggressoren zurückzudrängen und ihr Heimatland vor der Zerstörung zu beschützen.

Angesichts der enormen Langzeit-strategischen Einsätze die darin eingebunden sind (die Befreiung Europas mit Multipolarismus oder das Verbleiben in einer zerrütteten Unipolarität), könnte diese 3. Runde der amerikanisch-russischen geopolitischen Konfrontation die bisher intensiste sein.

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Thomas Trautzsch   
Jacob-Michelsen-Str. 3, 07749 Jena

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