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Der Nemtsow-Mord, ein Beispiel der Destabilisierung der BRICS

von Thomas Trautzsch
2015-03-05
Thomas Trautzsch - Autor Ars-Inveniendi

Die westlichen Bestrebungen eines Regimewechsels in Moskau werden immer offenkundiger und in diesem Zusammenhang kommt der Mord an einem russischen "entbehrlichen" Oppositionspolitiker für diejenigen, die sich mit transatlantischer Imperialpolitik eingehender beschäftigen, nicht unerwartet.

In einem Artikel vom 6. Januar 2015 über den Oligarchen und Oppositionellen Chodorkowski beschrieb der Autor bereits im Zusammenhang mit Chodorkowskis limitierter Popularität über ein aus russisch-oppositioneller Sicht notwendiges spektakuläres Ereignis, welches notwendig wäre, um die Regierung Putins in Miskredit zu bringen und somit die Opposition in den Vordergrund zu rücken.

Ebenso, wie Chodorkowski eine gefallene Figur ist, so hatte auch Nemtsow seine besten Tage bereits hinter sich und war weit davon entfernt, auch nur im Ansatz eine Herausforderung für die Regierung Putin darzustellen. Zu sehr hat die russische Bevölkerungen unter den liberalen Eskapaden der Post-sowjetischen Dekaden gelitten, als dass Figuren, wie Chodorkowski oder Nemtsow irgendeine Chance auf der russischen politischen Bühne zu verzeichnen hätten.

Es sind genau diese "entbehrlichen" und im wahrhaftigsten Sinne tragischen Figuren, die sich Strategen transatlantischer Geheimdienste in einer perversen Art und Weise zu Nutze machen, um mittels deren Ermordung aus ihnen dennoch insofern Profit zu schlagen, als das sie so dazu beitragen, das bestehende Regime in Miskredit zu bringen und einen Putsch oder Coup-d'Etat zu stimulieren, weil man diesen bestehenden Regierungen diese Morde anhängt. In dieser Manier operieren CIA, MI6 und jenen nahestehende Kreise anderer Dienste nicht erst seit diesen Tagen.

Auffällig ist, dass diese Art der Attentate in den letzten Monaten gehäuft aufgetreten ist und wie im Chodorkowski-Artikel bereits beschrieben, liegt die Ursache dafür im zusammenbrechenden transatlantischen Finanzsystem, welches die westlichen Eliten dazu veranlasst, einen Krieg zu provozieren, der ihr machtpolitisches Überleben sichern soll.

Es folgen einige Beispiele dieser Operationen, die sich auffälligerweise ausschließlich gegen Regierungspersönlichkeiten von aufstrebenden BRICS-Nationen richten.

1.) Der mysteriöse Tod des brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Eduardo Campo durch einen Flugzeugabsturz am 14. August 2014, über den wir (durch larouchepac.com) berichteten (siehe Artikel), ist ein Beispiel. Das Privatjet Campos stürzte auf dem Weg von Rio nach Sao Paulo ab, vermeintlich durch schlechtes Wetter. Der Flugschreiber wies keine Daten auf und laut Augenzeugenberichten soll vor dem Absturz eine Explosion vernehmbar gewesen sein. Campo wäre der Präsidentschaftskandidat der PSB-Partei gewesen und somit gegen Dilma Rousseff angetreten. Offensichtlich hatten bestimmte Kreise ein Interesse daran WWF-Darling Marina Silva in den Vordergrund der Nominierung zu rücken, wobei Campo wohl hinderlich war. Weder WWF-Darling Marina Silva noch dem London-Boy Aecio Neves war der Wahlsieg vergönnt, den Dilma Rousseff mit einem knappen Ergebnis erzielen konnte. Nun fahren die transatlantischen Eliten Plan-B, indem sie versuchen Dilma Rousseff einen Korruptionsskandal anzuhängen im Zusammenhang mit der staatlichen Ölgesellschaft Petrobras in deren Vorstand Dilma Rousseff tätig war. In diesem Zusammenhang wäre es nicht verwunderlich, wenn auch im Nachgang noch Campos Tod dazu instrumentalisiert werden würde, Rousseff ein Bein zu stellen, um so Brasilien aus den BRICS-Verbund herauszueisen.

2.) Der vermeintliche Selbstmord des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman ist ein weiterer solcher Fall, in dem eine entbehrliche Oppositionsfigur ermordet wird, um dies dann der argentinischen Präsidentin Christina Fernandez de Kirchner anzuhängen. Unter de Kirchner ist Argentinien ein enges Bündnis mit den BRICS Nationen und insbesondere mit Russland eingegangen und hat erfolgreich die Attacken transatlantischer Geierfonds abgewehrt, die den seit 2010 ausgehandelten Schuldenschnitt Argentiniens nicht anerkennen wollten. Wir berichteten vor kurzem in diesem Artikel darüber. Ähnlich, wie im Fall Nemtsow wurde auch hier durch die westliche Presse insofern Stimmung gemacht, dass Nisman angeblich kurz davor stand, Beweise vorzulegen, welche die Präsidentin de Kirchner beschuldigt hätten, einen angeblich iranisch-instigierten Terroranschlag auf das jüdische AMIA-zentrum im Jahr 1994 vertuscht zu haben. Das von Nisman (oder seinen westlichen Zuarbeitern) zusammengschusterte Dossier war so schlampig und unfundiert, dass von vornherein klar war, dass es in einem Prozess keinen Bestand haben würde. In diesem Moment muss wohl der strategische Wert des Staatsanwalts Nisman in den Augen jener, die ihn zum Zwecke des Sturzes der argentinischen Präsidentin instrumentalisieren wollten, so rapide gesunken sein, dass er entbehrlich wurde und aus seinem Tod mehr Nutzen gezogen werden konnte als aus seinem Fortbestehen und der anstehenden Anhörung, weil man diesen (Selbst?)Mord so leicht der Präsidentin in die Schuhe schieben könnte, weil alle Welt denken würde, sie hätte ein Interesse an Nismans Tod, um eigene Vergehen zu vertuschen. Die Ähnlichkeiten mit dem Nemtsow-Mord und dem darauffolgenden westlichen Finger-Pointing auf Putin sind bestechend.

Angesichts der bisher erfolgreichen Abwehr dieser perversen Regimewechsel-Attacken durch Morde bekannter, aber aus der Sicht der "Dienste" entbehrlicher Oppositionsfiguren, ist zu erwarten, dass sich ähnliche Vorfälle auch in China, Indien und Südkorea und anderen den BRICS nahestehenden Nationen ereignen werden. Die Regierungen dieser Nationen sollten darauf gefasst sein und ein wachsames Auge haben.

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