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Lugansk-Moskau

von Evdokija (Dunja) Scheremetjewa
2016-03-04
Hilfe für Vika in Moskau.

Aus dem Englischen übersetzt von Thomas Trautzsch

Der Original-Post aus dem Russischen übersetzt von Mihail Jasinski ist hier zu finden.

Wir gingen am Abend Vika im Krankenhaus besuchen. Anya, bitte verzeih uns, dass wir Dich nicht mitgenommen haben. Es war eine spontane Entscheidung. Wir haben einige Neuigkeiten bezüglich Vika.

Nur zur Erinnerung, Vika ist ein Mädchen aus Lugansk, welches an Diabetes leidet und dem wir seit Mai 2015 geholfen haben. Sie hat fast ihr Augenlicht verloren. Sie wird nun in Moskau behandelt.

Am 22. Februar starb ihre Großmutter. Wir haben am nächsten Tag von ihrem Tod erfahren und um ehrlich zu sein, diese Nachricht hat uns umgehauen. Selbst da sie seit vielen Jahren behindert und bettlägerig war. Wir versorgten sie regelmäßig mit Windeln, schauten aber nicht einmal bei ihr vorbei. Jedes mal, wenn wir kamen, waren wir in großer Eile und Vika war für uns von größter Wichtigkeit. Persönliche Dinge, Insulin, Nahrungsmittel.
Ich weiß nicht, warum wir sie nicht besucht haben. Auf der einen Seite ist es seltsam. Aber das stimmt auch nicht so richtig. Wir hatten einfach nichts mit ihr zu tun. Wir haben uns um das schöne junge Mädchen Gedanken gemacht.
Nun fühlen wir uns aus irgendeinem Grund schrecklich.
Während unseres letzten Besuchs fragte Vika's Mutter Swetlana nach einer Anti-Wundliege-Matraze für sie. Wir haben ihr eine solche Matraze besorgt, dank meiner Freundin Vera. Aber es war zu spät.
Um ehrlich zu sein, ich habe meine Schwierigkeiten, mir vorzustellen und zu verstehen, was Swetlana durchmacht. Sie verlor ihren Sohn im letzten Winter. Sie überlebte Monate des Artilleriebeschusses. Nun verlor sie ihre Mutter. Vika's Großmutter verlor ihren Appetit und fühlte sich krank.
Aber ihre engen Verwandten waren gleich nebenan…
Wisst Ihrr, ich kenne nicht einmal ihren Namen, obwohl wir so oft in ihrem Haus waren…
Swetlana war so mitgenommen, dass wir nicht mehr wussten, wie wir ihr helfen sollten.



Senja (aus Lugansk) überbrachte uns Geld, um die Beerdigung zu bezahlen. Jedoch hier im Krankenhaus trafen wir auf ein anderes Problem. Vikas Mutter wurde erlaubt dabei zu sein, doch sie wurde nicht zugelassen. Aus irgendeinem seltsamen Grund. Daher erhält sie kein Essen. Vika kann auf sich allein Acht geben.
Wir haben Swetlana Geld für Essen gegeben (zwei mal 3000 Rubel sie hält das Geld oben im Foto - wir haben beim ersten Mal vergessen, Fotos zu machen), wir laden Geld auf ihr Telefon und versuchen auch ihr die nötigsten Hygieneartikel (Shampoo, Seife, Zahnpasta, usw.) zu besorgen.
Jedes Mal müssen wir ihnen aus der Nase ziehen, was sie brauchen. Dieses Mal erzählt uns Swetlana nach 5-maligem Nachfragen, dass sie so gut wie nichts mitgebracht hat. Also, falls irgendjemand der Mutter etwas zukommen lassen kann, dann wäre das wunderbar.
Vika bekommt nun eine antibiotische Schock-Therapie. Und auch Augentropfen. All das ist kostenfrei.
Insgesamt werden die Dinge besser und die Prognosen sind optimistisch. Doch eine Sache ist klar: sie werden für eine lange Zeit hier sein.



Sie wollte auch noch sagen, dass sie stets die Kommentare unter diesen Einträgen lesen. Wenn Ihr sie mit Ermutigungen unterstützen wollt, dann wäre das ebenso wunderbar. Als wir gestern zu Besuch kamen, war das Krankenhaus bereits geschlossen, sodass nur die Mutter herauskam, um uns im Gang zu treffen.
Swetlana sagt, dass Vika die Briefe mag, die sie erhält. Sie behält sie alle und will sie wieder vorgelesen haben. Und auch die Kommentare.

Wenn Sie sich an der Hilfe für Vika und andere Menschen im Donbass beteiligen wollen, dann schreibt mir persönlich über LiveJournal, facebook, oder email: littlehirosima@gmail.com

Evdokija (Dunja) Scheremetjewa


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Thomas Trautzsch   
Jacob-Michelsen-Str. 3, 07749 Jena

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Email: thomas.trautzsch@ars-inveniendi.com
Phone: +49 157 59 23 8449

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