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Los! Greift zu!

von Jewdikia "Dunja" Scheremetjewa
2015-08-02
Los! Greift zu!

Los! Greift zu!

Von Jewdokia "Dunja" Scheremetjewa (littlehirosima)

Original gepostet am 27. Juli 2015

Übersetzt aus dem Russischen von Alexander Grodskij

„Kommen Sie zu uns? Was haben Sie uns mitgebracht?!“
„Eis! Los, greift zu!“
Die Kleinen kreischen auf und rennen hinter dem Wagen her.
Von allen Seiten kommen Kinder aller Altersstufen zu uns.
Die Nachricht über das Eis hat sich blitzschnell rumgesprochen.
Wenn mir noch vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich Eis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel in ein Kinderheim im Donbass bringen werde, hätte ich ihm nie im Leben geglaubt.



Wir sind noch nicht aus dem Auto gestiegen, als sich uns von allen Seiten Kinderhände entgegenstreckten.
„Juchhu! Was, alles für uns???“
„Für euch, für euch!“
„Und gibt es dort noch mehr Eis?“
„Ihr, neugierige Ziegen.“
Sie drängen sich ins Auto. Sie laufen geschäftig herum, schwärmen wie Bienen im Bienenstock.
„Und was gibt's dort noch? Oh, das ja ist Popcorn, ist das für uns? Und Sie werden es uns so einfach geben?“



Plötzlich erscheint vor uns ein strenger Mann mit einem Schnurbart wie bei einem Walross.
„Und was soll ich jetzt bitte schön mit denen machen? Wir haben gleich Mittagessen! Dann werden die Kinder nichts mehr essen.“

Ich habe mich echt erschrocken und stehe stramm vor dem Erzieher. Er ist ja allmächtig und ich gerate seit meiner Kindergartenzeit bei Worten wie: „Es ist jetzt Zeit für .../auf dem Tagesplan steht jetzt“ in Panik.
Aber ich habe ein Ass im Ärmel – ich habe was Leckeres mitgebracht, und sogar für alle Mitarbeiter.
„Entschuldigen Sie bitte. Das wird sich nie wieder wiederholen! Nehmen Sie das Eis!“

Der Erzieher sieht mich streng an.
Ich nehme eine noch aufrechtere Haltung an und rufe den Kleinen zu: „Kinder, werdet ihr jetzt beim Mittagessen alles essen? Sonst wird man mich rügen!“
Von allen Seiten kommt: „Wir werden alles aufessen! Unser ehrlichstes Ehrenwort!“
Der Erzieher lächelt breit, aber immer noch sehr streng, wie das seine Position erfodert.



Und dann beginnen wir die Lebensmittel aus dem Wagen auszuladen. Der strenge Erzieher sieht Milch, Hühner, Butter, Gemüse.
„Kartoffeln, echt wunderbar! Wir haben schon so lange keine Kartoffeln gehabt! Dosenfleisch, Grützen bekommen wir geliefert. Aber Gemüse gibt es bei uns überhaupt nicht.“
Als wir die Pakete in die Küche trugen, sah ich die Kartoffeln, die da lagen. Eine Küchenmitarbeiterin, die daneben stand, sagte:
„Daraus stochern wir die Körnchen für die Suppe aus“
Nach Donbass werden hauptsächlich Dosenfleisch, Grützen, Nudeln geliefert. Frisches Essen gibt es nicht. Es ist teuer und Menschen können es sich nicht leisten. Geschweige denn Kinderheime, Altenheime und andere soziale Einrichtungen.
Deswegen kauften wir auf einem Markt für das Kinderheim in Krasnyj Lutsch (eine kleine Stadt in der Nähe von Lugansk) Hühner, Milch, Kefir, Quark, Butter, Rjaschenka, Gemüse, Obst, Eier. Wisst ihr, so viele Dankesworte habe ich selten gehört.



Wir sammelten die Kinder zum gemeinsamen Bild, aber sie summten immer weiter.
„Sie mal, Möhren! Wau, Kartoffeln!“
Sie stolzierten immer weiter um das Gemüse herum. Ich erinnerte mich an meine Tochter, die man nicht überreden kann, eine Möhre zu essen. Sie rümpft die Nase und isst nicht.
Und hier sehen Kinder die Möhre fast wie eine Süßigkeit oder Delikatesse an.



„Also, lasst uns ein gemeinsames Foto machen!“
„Und wie heißen Sie?“
„Dunja“
„Dunja?“
Und sie kichern und kichern.

Nach dem Fotoshooting kommt ein Mädchen zu mir. Sie umarmt mein Bein und sieht mich lange mit weit zurückgelegtem Köpfchen an:
„Kommen Sie morgen zu uns?“
„Wie heißt du, meine Schöne?“
„Uljana“
Morgen kann ich nicht, aber ich werde auf jeden Fall wiederkommen zu so einem heiterem Völkchen. Ihr werdet doch alles aufessen? Ihr werdet nicht zulassen, dass man mich rügt, weil ich euch vorher das Eis gegeben habe?
„Wir werden alles essen! Alles!“



In solchen Momenten bekomme ich die Kräfte und den Wunsch dafür, weiter zu helfen.

Und, wie immer ...

Wenn Sie etwas beitragen möchten, Menschen, wie Sergei Kuzenkow oder anderen bedürftigen Menschen im Donbass zu helfen, kontaktieren sie mich über mein Livejournal-Konto, über Facebook oder via Email: littlehirosima@gmail.com

Alles wird geliefert, dokumentiert und berichtet.

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