Mobirise website generator

"Dafür gibt es keine Worte ... auf dass wir niemals so enden mögen ... schaut selbst."

von Jewdokia "Dunja" Scheremetjewa
2015-08-01
Dafür gibt es keine Worte.

Von Jewdokia "Dunja" Scheremetjewa (littlehirosima)

Original gepostet am 9. Juli 2015

Übersetzt aus dem Russischen ins Englische von J. Hawk (Fortruss)
Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Thomas Trautzsch

Wir planten bei unserem letzten Donbass-Besuch das Hospiz in Gorlowka zu besuchen. Jedoch konnten nicht, bzw. wir wurden nicht durchgelassen. Jeder machte dicht und weigerte sich dorthin zu fahren: Gorlowka wurde gnadenlos beschossen. Aber wir haben jede Menge Güter für sie gekauft, einschließlich Wegwerf- und wiederverwendbare Windeln. Als wir losfuhren bat ich Senja darum, herauszufinden, wer am meisten Hilfe benötigt. Senja schrieb gestern zurück: "Wir lieferten Erwachsenenwindeln an eine Unterkunft für Ältere in Rovenki, schau Dir's auf Facebook an." Ich war am Strand. Die Kinder rannten wie wild herum und bespritzten sich mit Wasser und ich ließ diese Nachricht erst einmal beiseite. Als ich jedoch zu Hause mein Notebook öffnete ... Ich kann es immer noch nicht fassen.





Senja schrieb auf Facebook:
"Es ist ein Ort, an dem Menschen leise dahinscheiden. Heute fuhren wir nach Rovenki. Wir lieferten Erwachsenenwindeln (wegwerfbar und wiederverwendbar) von Dunja an die Unterkunft für Ältere. Eine drückende Stimmung menschlichen Unglücks und die Luft erfüllt mit dem Geruch von Urin... Dafür gibt es keine Worte... mögen wir nie dazu kommen ... Schau es Dir selbst an."



Senja sagte, dass die Unterkunft für Ältere in Rovenki einen absoluten Bedarf an humanitärer Hilfe hat. Ich weiß, dass in vielen solcher Einrichtungen die Situation auch ohne den Krieg bereits schlecht ist. Jedoch erscheint es nur so. Der Krieg hat seinen eigenen Einfluss. Der Krieg kümmert sich nicht um die Älteren.



Ich weiß sehr gut, was es bedeutet bettlägerig zu sein. Alt zu sein und krank. Ich weiß auch, was es bedeutet, sich um diese Leute zu kümmern. Ich kenne die permanenten, fast schon schwarzen Bettwunden und die Machtlosigkeit, wenn nichts jemals verschwindet. Der Geruch, der die Luft wegfrisst und das Herz einfach blutet. Wir tun was wir können, um dieser Einrichtung zu helfen. Ich bitte Euch um Eure Hilfe und Anteilnahme.









Mir kam gleich eine Idee - jeder der kann, sollte persönliche Postkarten an sie schreiben, sodaß sie fühlen, dass sich immer noch jemand um sie sorgt. Sodaß sie Mitgefühl spüren. Senja sagte, dass viele nicht verstehen würden, was ihnen geschrieben wurde. Ich möchte aber trotzdem, dass Ihr ihnen helft. Kleine Geschenke, Mitteilungen, handgeschriebene Postkarten - alles was ihr könnt.

Wir haben bereits eine ähnliche Aktion durchgeführt, um den Geist der Frauen in den kommunalen Kafeterias in Pervomaisk anzuheben. Es hatte einen erheblichen Effekt. Schreibt etwas Persönliches, sodaß sie die Aufmerksamkeit spüren. Ich bitte Euch aufrichtig darum. Meine Tochter und Nichten zeichnen bereits Postkarten für sie. Aufmerksamkeit für sie bedeutet Leben an sich.

Und, wie immer ...

Wenn Sie etwas beitragen möchten, Menschen, wie Sergei Kuzenkow oder anderen bedürftigen Menschen im Donbass zu helfen, kontaktieren sie mich über mein Livejournal-Konto, über Facebook oder via Email: littlehirosima@gmail.com

Alles wird geliefert, dokumentiert und berichtet.

ADDRESS
Thomas Trautzsch   
Jacob-Michelsen-Str. 3, 07749 Jena

CONTACTS
Email: thomas.trautzsch@ars-inveniendi.com
Phone: +49 157 59 23 8449

Thanks for filling out form!